Blick auf Rente, Bildung und Klima


Auf Einladung des DGB im Kreis Warendorf trafen sich die vier Bundestagskandidaten Reiner Jenkel, Jessica Wessels, Bernhard Daldrup und Henning Rehbaum zur Podiumsdiskussion. In den Themenbereichen Rente, Bildung und Klima tauschten sie ihre Meinungen aus.

Reiner Jenkel (l.), Jessica Wessels, Henning Rehbaum (2.v.r.) und Bernhard Daldrup (r.) diskutierten auf Einladung des DGB im Kreis Warendorf. Moderiert wurde die Runde von Robert Bange. Reinhard Baldauf

Die drei Bereiche Rente, Bildung und Klima diskutierten die Bundestagskandidaten Reiner Jenkel (Die Linke), Jessica Wessels (Bündnis 90/Die Grünen), Bernhard Daldrup (SPD) und Henning Rehbaum (CDU) am Donnerstag auf Einladung des DGB im Kreis Warendorf. Moderiert wurde die Runde im „Haus Quante“ von Robert Bange (DGB).

Zunächst ging es um die allgemeine Haltung. Für Reiner Jenkel stelle sich die Frage „Scheitern oder Regierungsbeteiligung“. Für ihn gab es zwei Koalitionsmöglichkeiten: SPD-Grüne-Linke oder SPD-Grüne-FDP. Zum Umfragehoch der SPD meinte Bernhard Daldrup: „Das liegt an unterschiedlichen Gesichtspunkten und nicht an Olaf Scholz alleine.“

Das Abrutschen der Grünen in den Umfragen sah Jessica Wessels nicht so tragisch. Bei der vergangenen Bundestagswahl habe ihre Partei bloß 8,9 Prozent gehabt. Die im Vergleich dazu besseren Umfragewerte führte sie auf ein „unheimlich sympathisches Spitzenduo“ zurück.

„Das Thema Wahlkampf ist noch nicht zu Ende“, meinte Rehbaum. Er behauptete: „Es wird mit sehr viel Fake News gearbeitet.“ Für ihn war klar: „Wir haben eine Richtungswahl.“

Beim Thema Rente wurden unterschiedliche Auffassungen deutlich. Reiner Jenkel plädierte für die gleiche Rentenberechnung für alle sowie für eine Erwerbslosenversicherung, in welche alle einzahlen müssen. Dafür müsse der Mindestlohn höher sein.

Die Grundrente sah Bernhard Daldrup als zu niedrig an. Wäre diese höher, würden gerade die Frauen davon profitieren, die bis jetzt eher schlechter dran seien. „Wir lehnen kategorisch eine Erhöhung des Rentenalters ab“, so der Bundestagsabgeordnete. „Ohne gute Löhne, keine guten Renten“, erklärte Jessica Wessels. Die Rente mit 67 stehe im grünen Wahlprogramm. Sie plädierte aber für Durchlässigkeit. Henning Rehbaum erklärte: „Wir halten am Renteneintrittsalter mit 67 fest.“ Hier seien die Tariflöhne wichtig. Der Lohnwettbewerb dürfe aber nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden.

Beim Thema Bildung ging es um den Mangel an Lehrern und Erziehern sowie der IT-Ausstattung. Wichtig war für alle, dass nach einer Grundgesetzänderung der Bund Geld für Schulen geben dürfe. Rehbaum verwies auf Erfolge der schwarz-grünen Landesregierung bei Neueinstellungen. Bernhard Daldrup forderte Chancengleichheit: „Für uns ist wichtig, dass die Herkunft nicht die Zukunft bestimmt.“ Bildung müsse gebührenfrei sein und eine Ausbildungsplatzgarantie sei nötig. Da stimmten auch Grüne und Linke zu. Jenkel ergänzte: „Bildung ist mehr als die Vorbereitung auf den Arbeitsplatz.“ Rehbaum forderte „Sprachkitas“ besonders mit Blick auf die Zuwanderung.

Das eigene Auto war Thema im Bereich Klima. Selbst Jessica Wessels räumte ein, dass in ländlichen Gebieten der Öffentliche Personennahverkehr nicht gut sei. Trotzdem sprach sie sich im Gegensatz zu Henning Rehbaum gegen einen Ausbau der B 64 im Nordkreis aus. Die CO2-Bepreisung wurde in Nuancen diskutiert. Heftiger ging es bei den erneuerbaren Energien zu. Die konservative Seite wurde gerade bei der Windkraft als Bremser gesehen. Henning Rehbaum konterte: „Dass in Baden-Württemberg in Sachen Windenergie nichts läuft, wundert mich schon.“

von undefined

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.