Durch klugen Schachzug frühe Ablehnung verhindert


Mit einem Kunstgriff hat die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Gabi Duhme, am Donnerstag verhindert, dass der Zuschussantrag des „Lunch Clubs“ abgelehnt wurde.

Pfarrer Markus Möhl warb um Unterstützung für den Zuschussantrag des „Lunch Clubs“. Archiv

Wenn der Vorschlag der Verwaltung gegriffen hätte, wäre der Antrag des „Lunch Clubs“ schon im Vorfeld der Haushaltsberatungen den Bach heruntergegangen. Deshalb wendete die Vorsitzende Gabi Duhme zu Beginn der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag ei­nen Kunstgriff an, indem sie vorschlug, den Zuschussantrag über 31.765 Euro zwar zu beraten, aber nicht darüber abzustimmen. Weil noch mehrere haushaltsrelevante Anträge anderer freier Träger vorlägen, sei es sinnvoller, alle gebündelt während der Haushaltsberatungen zu behandeln, sagte Duhme in voller Übereinstimmung mit ihrer CDU-Kollegin Barbara Buschkamp.

Mit ihrer Eingangsbemerkung versicherte Fachbereichsleiterin Ulla Woltering, „wie sehr wir das Projekt schätzen“. Die Empfehlung, den Zuschussantrag abzulehnen, sei ausschließlich der Haushaltssituation geschuldet. Pfarrer Markus Möhl machte als Vorsitzender des Vereins „Lunch Club e.V.“ deutlich, dass es längst nicht mehr darum gehe, den Kindern eine warme Mahlzeit zu sichern. Der „Lunch Club“ habe sein Angebot von einem Öffnungstag kontinuierlich auf fünf Wochentage ausgedehnt. Viele Kinder seien von Armut betroffen oder zumindest bedroht. Der „Lunch Club“ sehe seine Aufgabe darin, ihnen Zuwendung, Zuneigung, Perspektiven und Orientierung zukommen zu lassen, um den Alltag zu meistern. Darüber reden zu müssen, sei an sich „ein Skandal“, klagte er. Als Mitglied der Präventionskette übernehme der „Lunch Club“ wichtige Aufgaben im Bereich der Gesundheitsförderung und bringe sich in die Beratung von Kindern, Jugendlichen und Familien als kompetenter Netzwerkpartner ein. Von der Zusammenarbeit mit dem Club profitierten auch andere Institutionen, Vereine und freie Träger. Bislang finanziere sich die Einrichtung ausschließlich über Spenden. Für das kommende Haushaltsjahr sieht der Wirtschaftsplan Ausgaben von 323.113,51 Euro vor. Erstmals beantragt der Verein eine Förderung von 31.765,58 Euro aus städtischen Mitteln.

Ihr Fachbereich werde für die nächste Sitzung einen Armutsbericht vorlegen, zunächst noch für 2018 und danach für 2019, kündigte Woltering als Reaktion an.

von -hat-

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