Einblick ins Wohnzimmer des Autors


Es wurde schnell deutlich, über welch eine große Fangemeinde Klaus-Peter Wolf verfügt. Der Erfolgsautor las vor ausverkauftem Haus in der Lohnhalle und überzeugte gemeinsam mit Bettina Göschl nicht nur mit Auszügen aus seinen Büchern.

Peter Schniederjürgen

Was macht Rupert im dritten Band der Trilogie und wie kommt Ann-Kathrin Klaasen im „Ostfriesensturm“ zurecht? Diesen Fragen und einigen weiteren mehr gingen am Samstagabend Klaus-Peter Wolf und Bettina Göschl in der ausverkauften Lohnhalle nach. Dort las der Erfolgsautor im Rahmen der Reihe „Mord am Hellweg“ aus seinem Buch „Ostfriesensturm“ und „Ostfriesisches Finale“ aus der Trilogie „Rupert undercover“.

Dabei verstand Wolf es meisterhaft, auf lustig-lockere Art seinen eingeschworenen Fans einen vergnüglichen Abend zu bereiten. Gewürzt wurde dieser durch Lieder und Statements zum Leben mit dem Autor von Bettina Göschl, die damit für einige Lacher sorgte. Bei diesem „Abend unter Freunden“ – denn so ähnlich lief die Lesung ab – ließ das Paar immer wieder Blicke in ihr Wohnzimmer und auf die Terrasse zu. Situationen aus dem Leben des Autors erzählte er auf lustige Weise. „Ich sitze im Strandkorb und schreibe, da kommt Bettina vorbei und fragt mich, wie es Ann-Kathrin gerade so geht? Ich frage mich, woher weiß Bettina, dass ich gerade in dieser Figur stecke“, wundert sich der Autor. Göschl beantwortete das mit einem Lied, in dem sie ihr Leben mit dieser Art von multipler Persönlichkeit beschreibt. Sie singt von der besten Freundin Ann-Kathrin, vom Weisen namens Ubbo Heide (der pensionierte Ex-Polizeichef), vom liebevollen Hobbykoch und Ehemann Frank Weller und wie nahe sie an der Trennung ist, wenn Wolf in der Rolle von Schmalspur-Bogart Rupert ist.

Überhaupt nahm der Cowboy von Norden, Hauptkommissar Rupert, eine große Rolle in der Lesung ein. „Viele Fans verlangten nach einem eigenen Roman für Rupert. Mir war der aber zu eindimensional, sein einziges Geheimnis ist schließlich, ob Rupert der Vor- oder Hausname ist“, erklärte der Autor. Doch dann kam die Idee. Rupert solle dem BKA helfen, eine Topgangsterriege zu ergreifen. Der Polizist ähnelt dem Obergangster aufs Haar. Dabei hat Rupert eine ausgeprägte Antipathie gegen das BKA. Sie wollten ihn trotz mehrfacher Versuche nicht. „Wohl mit gutem Grund“, lachte der Erfolgsautor. Nun aber ist Rupert nötig. Und er genießt seine Rolle. Dass er dabei gelegentlich in Identitätskonflikte kommt, wer er nun gerade ist, Kommissar oder Gangster, ist vorauszusehen. Rupert liebt Pommes und Currywurst. Sein Alter Ego ist – o Graus – Vegetarier. „Wie soll es mit dieser Kultur noch enden, wenn Gangsterbosse schon Vegetarier sind?“ fragte Wolf die Fans.

Diese erfuhren noch etliches nicht minder Amüsantes über die Entstehung seiner Figuren und Anekdoten aus der tristen Pandemiezeit. In der spielt schließlich der „Ostfriesensturm“, ganz und gar zum Entsetzen der Verleger. „Doch ich denke, dass Romane auch das Bild der Gesellschaft geben, in der sie spielen“, erklärte der Autor. Und behielt Recht, wenn man sich die Verkaufszahlen ansieht. „Manche Verschwörungstheorien behaupten gar, der Fischer-Verlag und ich hätten die Pandemie erfunden, um so lange auf den Bestsellerlisten zu bleiben“, amüsierte sich Wolf.

von Von Peter Schniederjürgen

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