Festfreude zurück in der Alten Mühle


Sie haben das Feiern noch nicht verlernt. Nach sieben Jahren endlich wieder ein Fest rund um die Alte Mühle in Vorhelm...

Das letzte Mühlenfest? War schon ein wenig her. Zur Einweihung des Dorfarchivs im Jahr 2014 lud der Heimatverein Vorhelm zuletzt zum Feiern rund um den historischen Rundbau am Ortsrand ein. Insofern wurde es höchste Zeit für eine Neuauflage des beliebten Klassikers am Sonntag. Zumal es dafür wiederum einen guten Anlass gab. Denn nach der abgeschlossenen Renovierung und Umgestaltung des Erdgeschosses samt Einbau einer Fußbodenheizung erstrahlt das Interieur des historischen Schmuckstücks im Wibbeltdorf in neuem Glanz und auch das Raumklima hat sich deutlich verbessert.

„Die Mühle hat dadurch noch mal eine Aufwertung erfahren“, betonte Heimat- vereinsvorsitzender Willi Wienker, der sich bei den beteiligten Handwerkern für die gute Arbeit sowie bei der Stadt Ahlen und der Sparkassenstiftung für die finanzielle Förderung bedankte. Die Ergebnisse konnten sich die Vorhelmer nun im Rahmen des Mühlenfestes anschauen und sich dabei auch über ein breitgefächertes Rahmenprogramm freuen.

So informierte etwa Kassierer Ludwig Schulze Everding darüber, welche historischen Dokumente im Heimatarchiv so zu finden sind, an dem der Verein seit zehn Jahren arbeitet und dessen Digitalisierung gut voranschreitet. Ein Fundus, der gute Dienst leisten kann, wenn es um die Geschichte der eigenen Vorfahren geht: „Wo genau haben die damals gelebt?“ lautet etwa eine Frage, die aus der Bevölkerung oft an die Verantwortlichen des Heimatvereins herangetragen wird. Mithilfe der Unterlagen im Heimatarchiv lässt sich dann sehr häufig herausfinden, welche Straße sich hinter einem historischen Straßennamen verbirgt.

Zum Stöbern lud zudem ein Büchertisch ein, auf dem doppelte und dreifache Exemplare aus dem Bestand des Heimatvereins zu finden waren. Diese konnten gegen eine Spende mitgenommen werden.

Für akustische Höhepunkte sorgten sowohl der Musikverein Vorhelm als auch das Jagdhornbläsercorps Enniger-Vorhelm, das kleine Jägermärsche und Jagdsignale erklingen ließ und dafür viel Applaus erhielt. „Das Mühlenfest bietet uns eine schöne Gelegenheit für einen Auftritt“, freute sich etwa Simone Töcker.

Im Schatten der historischen Alten Mühle aus dem Jahr 1860 gab es zudem auch historische Gefährte von „Theos Schmiede“ zu sehen. So hatte Theo Wedepohl unter anderem den im Jahre 1953 entwickelten ersten selbstfahrenden Bauernmähdrescher der Welt von Massey Harris, den Ferguson MD 630, dabei. „Der hat dieses Jahr noch gedroschen“, so Wedepohl, der den Besuchern gerne technische Details und die Funktionsweise der Maschine erklärte. Wer wollte, durfte zudem auch kurz auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Ein Angebot, das vor allem den Nachwuchs freute. Direkt neben den landwirtschaftlichen Maschinen mit nostalgischem Flair konnten sich Interessierte zudem davon überzeugen, wie komplex das alte Handwerk des Korbflechtens ist, welches jede Menge Geschick und Konzentration erfordert.

Auch für das leibliche Wohl war natürlich gesorgt. So gab es die beliebten Pellkartoffeln aus dem „Schweinepott“ und frisch Gegrilltes sowie eine große Auswahl an Kuchen. Ein Gesamtangebot, das bei gutem Wetter viele Vorhelmer und auch Besucher aus dem Umkreis an die Alte Mühle zog. Insgesamt erwies sich das Mühlenfest also auch nach siebenjähriger Pause wieder als Publikumsmagnet und dürfte bei vielen Besuchern die Hoffnung geweckt haben, dass es bis zur nächsten Auflage nicht ganz so lange dauert.

von Von Martin Feldhausund

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