Frauen in der Kirche mit politischen Zielen


50 Jahre Frauengemeinschaft St. Ludgeri: Das Goldjubiläum feierten die Mitglieder in festlichem Rahmen und mit viel Freude. Aber es gab auch einen besonderen Moment der Wehmut.

Hildegard Wonnemann (2.v.r.) beglückwünschte Elisabeth Franz, Elisabeth Richter, Erika Eustergerling, Helga Schulze, Ilse Grimme und Anne Behrens (v.l.) zu ihrer 50-jährigen Mitgliedschaft. Ralf Steinhorst

Gleich zwei Anlässe feierte die Katholische Frauengemeinschaft (KFD) St. Ludgeri am Montagnachmittag. Zum einen begingen die Frauen das 50-jährige Bestehen der Gemeinschaft, zum anderen sang der Frauenchor der KFD-Pfarrgemeinschaft vor seiner Auflösung ein letztes Mal.

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Gottesdienst in der St.-Ludgeri-Kirche, den Pfarrer Dr. Ludger Kaulig zelebrierte. Dieser würdigte die KFD als gewinnbringend nicht nur für die Frauen, sondern auch für die gesamte Pfarrgemeinde St. Bartholomäus.

Hildegard Wonnemann übernahm es, die Geschichte der KFD St. Ludgeri nachzuzeichnen. Die Einladung zu einem ersten Treffen erfolgte vor 50 Jahren fast auf den Tag genau am 15. August 1972. „Am ersten Treffen nahmen 200 Frauen teil, davon traten 170 sofort bei“, umriss die Sprecherin die Gründung.

Die erste Vorsitzende war Anne Behrens, die das Amt 25 Jahre ausführte, nach ihrem Rückzug den Frauenchor gründete und diesen dann bis jetzt zur Auflösung leitete. Hildegard Wonnemann ging zudem auf die Arbeit der KFD ein, die auch politisch ausgerichtet ist mit dem Ziel, die Stellung der Frauen in Kirche und Gesellschaft zu verbessern.

Diese Intention brachte Hildegard Wonnemann besonders mit dem Text „Ich träume von einer Kirche“ von Dorothee Hammerschmidt zum Ausdruck. Dieser beschreibt die Vision, in der die Kirche unter anderem demütig, menschlich, neue Ideen und Kritik zulassend sowie ehrlich sein soll.

Zum gemütlichen Beisammensein zogen die Frauen dann ins Pfarrzentrum zu Kaffee und Kuchen um. Dort wurden elf Frauen der ersten Stunde, also mit 50-jähriger Mitgliedschaft, geehrt: Traudel Angsmann, Anne Behrens, Erika Eustergerling, Elisabeth Franz, Ilse Grimme, Marianne Kleinekofort, Maria Maschke, Elisabeth Richter, Gertrud Rittmeier, Helga Schulze und Antonia Stapfer. Die offizielle Ehrung mit Urkundenübergabe erfolgt am 1. September.

Liesel Entrup übernahm dann die Aufgabe, die Historie des Frauenchores zu skizzieren, der sich mit dem letzten Auftritt bei der Jubiläumsfeier auflöste. Der Chor wurde vor 25 Jahren mit dem Ende des KFD-Kinderkarnevals gegründet. Seitdem hat er 1250 Chorproben und 250 Auftritte, im Schnitt also zehn pro Jahr, absolviert. Über die Gesamtzeit war Gründerin Anne Behrens auch Chorleiterin, die sich von der Qualität des letzten Auftritts sehr begeistert zeigte: „Ich glaube, wir können weitermachen.“

von -rst-

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