Garanten für Europas Frieden von morgen


30 Jahre Städtepartnerschaft mit Ahlen, 15 Jahre mit Zagan und sogar 55 Jahre mit Gonfreville L‘Orcher: In Teltow gab es am Wochenende rund um einen Festakt genug Gründe zum Feiern.

Der europäische Gedanke zog sich durch den gesamten Samstagvormittag: Das Teltower Rathaus war mit den Landesflaggen von Frankreich, Polen und Deutschland geschmückt, ebenso die Bühne im Stubenrauchsaal, wo wenig später auch die Europahymne erklang. Und zum krönenden Abschluss dekorierten dieselben Flaggen im Miniaturformat auch das Büfett im Anschluss an den Festakt zu den Jubiläen der Städtepartnerschaften.

Alban Bruneau, Bürgermeister der Stadt Gonfreville L‘Orcher (Frankreich), bewertete die Folgen und Werte dieser Gemeinschaft in seinem Grußwort folgendermaßen: „Das Europa der Märkte und Finanzen führt nur zu Wettbewerb, Ungleichgewichten und Sparsamkeit. Aber das Europa der Menschen – seien es Arbeitnehmer, Sportler, Studenten, Gemeinde- oder Vereinsmitglieder – ist heute die einzige Möglichkeit, Harmonie und Frieden für morgen zu garantieren.“ Dass Gonfreville L‘Orcher bereits 1966, also mitten im Kalten Krieg, schon eine Ost-West-Beziehung mit Teltow aufbauen konnte, war zwar auch in seinen Augen ursprünglich politisch motiviert gewesen, aber dennoch eine feste Basis für das, was seit 1999 wieder intensiver aufgebaut und gepflegt worden ist. Inzwischen gebe es in Frankreich 2317 Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Gemeinden, so Bruneau. „Sie alle tragen zum Aufbau dieses Europas bei, das uns am Herzen liegt.“ Passend dazu überreichte der Franzose eine handgefertigte Friedenstaube als Gastgeschenk.

Andrzej Katarzyniec, Bürgermeister der Stadt Zagan (Polen), stellte seinen Ausführungen ein Zitat von Hellen Keller voraus: „Allein können wir wenig tun; gemeinsam können wir so viel machen.“ Tatsächlich habe es in den vergangenen 15 Jahren, die jene Partnerschaft bereits währt, viele gemeinsame Veranstaltungen gegeben; viele gegenseitige Besuche. Die von ihm an alle anwesenden Stadtoberhäupter verteilten Masken, die auch die Fassade des restaurierten Herzoglichen Schlosses in Zagan zieren, seien bereits ein Wink mit dem Zaunpfahl, eine weitere Begegnung – diesmal in Polen – auf den Weg zu bringen.

Ebenso wie seine Amtskollegen zeigte sich auch Ahlens Bürgermeister Dr. Alexander Berger davon überzeugt, dass neben den wegbereitenden Verwaltungen vor allem die Vereine und privaten Initiativen „unverzichtbarer und energiegeladener Motor“ aller Beziehungen untereinander sind. Genauso wie sein Gastgeschenk – ein Baum – versinnbildlichten sie Treue und Tradition. Aus anfänglicher Wissbegier habe sich innerhalb von 30 Jahren eine „Liebelei“ entwickelt, die sich auf unterschiedlichen Ebenen zeige. „Ein Hoch auf das Ehrenamt“, rief Berger dem Publikum zu.

Bei einer anschließenden Vernissage wechselten dann noch weitere Gastgeschenke ihre Besitzer.

von -chw-

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