Gesellschaft auf dem Kurs der Selbstzerstörung


Was motiviert Menschen, sich in der Gruppe Letzte Generation zu engagieren? Malte Nierobisch sprach darüber auf Einladung der Ahlener Parents for Future.

Interessiert lauschten die Gäste am Dienstag den Ausführungen von Malte Nierobisch über die Aktivitäten der Gruppe Letzte Generation. Peter Schniederjürgen

Von der Jahrhundertdürre in China über die Flutkatastrophen in Südafrika und dem Ahrtal schlug Malte Nierobisch den Bogen der Klimaveränderungen. Der Student und Mitglied der Gruppe Letzte Generation kam am Dienstagabend auf Einladung der Parents for Future ins Bürgerzentrum Schuhfabrik, um die Zuhörerinnen und Zuhörer über die nicht unumstrittenen Aktionen der Gruppe zu informieren. „Ich bin dabei, weil ich Angst habe“, sagte der 19-Jährige. Er habe Angst um die Zukunft, um Nahrung und Wasser. Angst davor, dass es zu Kriegen um Ressourcen kommt. „Und vor dem damit verbundenen Leid, auf das wir zusteuern. Angst davor, dass es bald zu spät ist, um das zu verhindern“, unterstrich der Aktivist.

Doch gleichzeitig habe er die Hoffnung, dass es noch möglich sei, das Ruder herumzureißen. So setzt er mit seiner Gruppe alles daran, die Gesellschaft und die Politik wachzurütteln. „Wir müssen sie unbedingt zum Handeln bewegen“, forderte er.

Malte Nierobisch informierte die Gäste zuerst einmal darüber, wer eigentlich diese Letzte Generation ist: „Eine Klimaschutzgruppe, die versucht, durch zivilen Widerstand auf das Problem der Klimakrise aufmerksam zu machen.“ Der Name komme daher, dass buchstäblich alle, die zurzeit leben, die letzte Generation seien, die noch die schlimmsten Folgen der Klimakrise verhindern könne. „Das hängt mit den bekannten Kipppunkten zusammen“, unterstrich er.

Malte Nierobisch erklärte auch die Motivation für die berüchtigten Klebeaktionen zur Blockade des Straßenverkehrs. „Das bereits jetzt erschreckende Ausmaß der Klimakrise ist der Grund, warum wir seit Januar immer wieder in orangenen Westen Straßen blockieren, Öl-Pipelines zudrehen und sogar Sportereignisse unterbrechen“, berichtete der Aktivist über den friedlichen, zivilen Widerstand. Er ging in seinen Ausführungen auf den selbstzerstörerischen Kurs einer scheinbar ohnmächtigen Gesellschaft ein und mutete seiner Zuhörerschaft viele sehr unbequeme Wahrheiten zu. „Letzten Endes geht es doch um unser aller Überleben“, konstatierte der Student.

Er fügte auch noch Erlebnisse bei seinen ersten Straßenblockaden in München an. Dabei, das war ihm wichtig, werde immer auf die Sicherheit der Aktivisten und Unbeteiligter geachtet. So seien Rettungsgassen selbstverständlich. Alle Mitglieder der Gruppe seien vor ihren Aktionen in Deeskalationstrainings gewesen. Auch beschrieb der junge Mann seine Eindrücke von einem 14-tägigen Aufenthalt im Gewahrsam einer Haftanstalt.

Der Vortrag beschrieb anschaulich den aktuellen Stand der Klimakrise. Beängstigend der ebenfalls mitgelieferte Ausblick dessen, was noch auf die Menschheit zukommt.

von -pes-

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