Höchste Zeit für die Spritze


öffentliche Impftermine haben in Ahlen nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Im Zeppelincarée ließen sich 110 Personen immunisieren. Doch warum erst jetzt?

Viele Ahlener sind bereits geimpft. Und Impfmöglichkeiten gab es doch auch schon einige – an festen Standorten in allen Stadtteilen oder gar in einem mobilen Impfbus. Lohnen sich da weitere Sonderimpfaktionen überhaupt noch? Auf jeden Fall! Das wurde am Freitagnachmittag überaus deutlich, als sich im Zeppelincarrée neben der Zeppelin-Apotheke bei einem von Innosozial und der Praxis des Allgemeinmediziners Dr. Heinrich Untiedt organisierten Impftermin gleich 110 Impflinge den kleinen Piks mit dem Vakzin von Biontech / Pfizer setzen ließen.

Schon als es um 13 Uhr losging, warteten die ersten Impfwilligen. Und die Schlange wurde auch danach nicht kleiner, so dass Dr. Heinrich Untiedt und sein Praxisteam durchgehend viel zu tun hatten. Erste Zwischenbilanz: 45 Geimpfte um 14.20 Uhr. „Wenn wir das so beibehalten, können wir zufrieden sein“, sagt Untiedt und setzt sofort zur nächsten Spritze an. Impfen im Akkord ist angesagt. Und zwar „sowohl mit Erstimpfungen als auch mit Zweitimpfungen“, wie der Mediziner betont. Ein paar Auffrischungsimpfungen kommen noch hinzu.

Warum sie sich (erst) jetzt den Piks setzen lassen? Dafür gibt es in der zeitweise langen Reihe der Wartenden ganz unterschiedliche Gründe. „Ich möchte mich nach der Geburt meines Kindes so schnell wie möglich impfen lassen“, betont etwa Marina, die extra aus Warendorf in die Wersestadt gekommen ist. Auf die von Innosozial initiierte Impfaktion sei ihr Mann im Radio aufmerksam geworden. Ein Angebot, das gerade zum richtigen Zeitpunkt kam, da beim eigenen Hausarzt die jetzt erwünschte eine Impfung leider nicht so schnell und unkompliziert machbar war.

Ganz anders sind die Beweggründe bei Finja Sevic, die ebenfalls ihre Erstimpfung bekommt. „Ich möchte andere nicht gefährden“, sagt sie. Zudem müsse sie immer mehr Dinge machen, bei denen ein Test vorgeschrieben sei: Ein zeitlicher und jetzt auch finanzieller Aufwand, den die Immunisierung gegen das Corona-Virus ihr bald ersparen soll.

Gezögert haben Iclal (17) und Mihail (14), bevor jetzt doch die Entscheidung für eine Impfung gefallen ist. Ihr Beweggrund, die Immunisierung jetzt zu wollen: „Die 2G-Regel wird sich immer mehr durchsetzen“ sind sich beide sicher.

Als um 16.30 Uhr Schluss ist, stehen 110 Impfungen auf der digitalen Liste von Alina Gossen und Lisa Baukmann vom Praxisteam Dr. Untiedts. Eine Resonanz, mit der die Beteiligten sehr gut leben können. „Wir wollten unseren wenigen noch nicht geimpften Mitarbeitern, unseren Kunden und auch den Menschen im Stadtteil noch mal ein niedrigschwelliges Impfangebot machen“, erklärt Innosozial-Geschäftsführer Dietmar Zöller. Ein Angebot, das gut angenommen wurde. Insofern erfüllte sich die Hoffnung, die seine Mitarbeiterin Stefanie Cicek zu Beginn des Impftermins geäußert hatte: „Vielleicht überlegen sich noch einige Menschen, sich impfen zu lassen.“ Es wurden am Ende sogar einige mehr als erhofft.

von Von Martin Feldhausund

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.