JAEB macht Vorschlag für Elternbeiträge


Bis 37 000 Euro Einkommen beitragsfreie Kinderbetreuung: Das sieht die Tabelle vor, die die Jugendamtselternbeiräte in ihre Versammlung jetzt vorlegten. Mit ihr sollen sich die politischen Gremien jetzt befassen.

Dagmar Huerkamp, Belgin Inderwiedenstraße und Tatjana Anichober vom Jugendamtselternbeirat würden sich über weitere Unterstützung aus der Elternschaft freuen. Jede helfende Hand ist willkommen JAEB

Viel zu besprechen hatten die Jugendamtselternbeiräte (kurz JAEB) der Stadt Ahlen bei ihrer digitalen Vollversammlung am vergangenen Montag: Die Kinderschutzwochen steuern ihrem Höhepunkt entgegen, die Corona-Pandemie beeinflusst den Alltag in den Einrichtungen immer noch stark und zugleich hat es die Diskussion um die Elternbeiträge, die die Elternvertreter schon lange intensiv führen, mittlerweile ganz nach oben auf die Prioritätenliste vieler Kommunalpolitiker geschafft. Für reichlich Gesprächsstoff war damit gesorgt.

Doch bevor verschiedene Sachthemen auf die Agenda kamen, stellte sich zunächst Stephanie Kosbab, Dezernentin für Soziales, Schule und Kultur, vor. „Bildung ist der wesentliche Faktor für die spätere Lebensführung“, so Stephanie Kosbab, die unterstrich, dass Bildung schon bei den Kleinsten in der Kita beginne. Sie regte einen weiteren Austausch zu bestimmten Themen vor Ort an. „Ich finde es wichtig, Anregungen und Ideen mitzunehmen“, betonte sie.

Im anschließenden Bericht des Vorstands rückte zunächst der Wegfall der Pooltestungen in den Kindertagesstätten in den Fokus. Diese hatten am vergangenen Donnerstag letztmals stattgefunden, da das Land die Finanzierung eingestellt hat. Eine Entscheidung, die die Elternvertreter kritisch sahen. Sie befürchteten ein aus der Kontrolle geratendes Infektionsgeschehen und daraus resultierende Schließungen ganzer Gruppen in den 28 Ahlener Einrichtungen.

„Ich hätte es gut gefunden, noch weiter zu testen“, positionierte sich JAEB-Vorsitzende Belgin Inderwiedenstraße. Das hätte gerade bei den derzeit erneut sehr hohen Corona-Zahlen ein Mehr an Sicherheit geboten. Immerhin seien sich aber alle Akteure im Rat und der Stadtverwaltung einig, dass das System der Pooltestungen bei eventuell im Herbst wieder ansteigenden Infektionszahlen schnell wiedereingeführt werden kann.

Eine klares Ziel verfolgen die Elternbeiräte hinsichtlich des Themas Elternbeiträge: „Wir wollen eine Entlastung aller Eltern und nicht nur in bestimmten Einkommensgruppen“, so Belgin Inderwiedenstraße. Wie die aussehen könnte? Dazu stellte der Vorstand seine eigene Einkommenstabelle vor, die er in die Beratungen im Jugendhilfeausschuss einbringen möchte. Die Eckdaten des Vorschlags: Bis zu einem Bruttohaushaltseinkommen von 37 000 Euro sollen keine Beiträge mehr gezahlt werden müssen (bisher 20 000 Euro). In den folgenden Gruppen wird jeweils eine Reduzierung um 25 Prozent angepeilt. Zudem ist der Höchstbeitrag in dem Modell erst ab einem Einkommen von mehr als 109 000 Euro (derzeit 85 000 Euro) fällig. Als weiterer Grundpfeiler ist eine Ein-Kind-Strategie vorgesehen, das heißt, dass nur noch für ein Kind Beiträge zu zahlen wären. Derzeit ist es hier noch so, dass bei zwei Kita-Kindern aus einer Familie lediglich für den geringeren der beiden Beiträge eine Reduzierung auf 30 Prozent gewährt wird.

Als Mitorganisator der diesjährigen Kinderschutzwochen blickt der JAEB bereits mit Spannung auf den 19. Juni, an dem von 11 bis 14 Uhr eine Aktion auf dem Marktplatz stattfinden wird, bei der sich alles um die Themen Kinderschutz und Kinderrechte dreht. Unter anderem wird Martin Göcke dann ein von ihm verfasstes Kinderschutzlied mit allen kleinen und großen Besuchern intonieren. Zudem steht bereits jetzt ein umfassendes Bühnen- und Rahmenprogramm, das möglichst viele Familien anlocken soll. „Markiert euch den Termin im Kalender“, so die Aufforderung des Stadtelternbeirats an die Vertreter der Kindertagesstätten.

Generell wünschte sich der JAEB, dass sich künftig noch mehr Eltern für ihre eigenen Belange aktiv einsetzen: „Wir sind über jede helfende Hand froh“, so Belgin Inderwiedenstraße, die verdeutlichte, dass jeder willkommen sei, sich im Jugendamtselternbeirat und dessen Arbeitsgruppen einzubringen. Es gäbe noch zahlreiche weitere Themen, die die Elternvertretung anpacken könne – wenn sich noch mehr Mitstreiter aus der Elternschaft fänden.

von Von Martin Feldhaus

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