Karin Dobsch: „Es ist eine Schande“


Aufmerksam hörte der Fachausschuss zu, als Anwohnerin Karin Dobsch über die Zumutungen an Lärm, Abgasen und Müll im Zechenquartier berichtete.

Die Bodenschwellen im Zechenquartier haben den Autoverkehr vor allem auf der Stapelstraße und zum Teil auch auf der Zechenstraße erfolgreich verlangsamt, aber nicht flächendeckend. Christian Wolff

Rasende Autofahrer, andere, die ihre Speisereste und sonstigen Müll hinterlassen – den Anwohnern im Zechenquartier steht es bis zur Halskrause: „Seit sieben Jahren geht das so. Es reicht.“

Karin Dobsch redete am Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen, Digitalisierung und Anregungen, welcher der Stadthalle – wie die anderen Ausschüsse – den Rücken gekehrt hat und im Ratssaal tagte.

In Absprache mit der Verwaltung hatte Ralf Marciniak als Vorsitzender der Anwohnerin des Umwegs Rederecht eingeräumt, die die Situation ungeschminkt beschrieb. Die Lärmbelästigung gehe nicht nur von Autofahrern aus, die sich an keine Regeln hielten, sondern auch von Menschen, die in den Abendstunden bis in die Nacht feierten. „Es ist eine Schande, wie mit einem Industriedenkmal umgegangen werde“, bedauerte Dobsch. Die Folge für Anwohner seien zum Teil gravierend in Form von Schlafstörungen und anderen psychischen Auffälligkeiten. Darüber hinaus fühlten sich die Bewohner zunehmend unsicher.

Auch für die Radtouristen, die die gastronomischen Einrichtungen aufsuchten, wie für die Betriebe selbst sei die Situation „nicht zufriedenstellend“. Mitunterzeichner der Eingabe war Klaus Thiesing, der das Lokal Shim Sham und den Lokschuppen betreibt.

Dobsch forderte, die 2019 getroffenen Maßnahmen wie der Einbau der Schwellen auf der Stapelstraße großflächig für das gesamte Wohnquartier zu ergänzen. Konkret sieht der Forderungskatalog eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Straße Zeche Westfale durch eine weitere Schwelle und in der Zeit von 20 bis 5 Uhr eine Umwidmung der Straße zur Anwohnerstraße vor. Für die Bergamtsstraße schlagen die Anwohner den Umbau zur Sackgasse vor. Zudem müssten mehr Abfallbehälter aufgestellt werden.

Für ihre Ausführungen erhielt Dobsch von allen Seiten breite Zustimmung. Udo Zambo, Frederik Werning und Thomas Kozler versicherten für die SPD ihre Unterstützung, Dennis Kykal für die CDU. Werning machte sich für eine schnelle Umsetzung der „konkreten Vorschläge“ stark und Zambo forderte die Ordnungsbehörde und Polizei auf, Recht und Gesetz durchzusetzen.

Für die Verwaltung sagte Rechtsdirektorin Gabriele Hoffmann zu, dass sich die bestehende Arbeitsgruppe mit den Anliegern zeitnah an einen Tisch setzen werde, um mit ihnen die Möglichkeiten einer Umsetzung zu erörtern. Die Frage der Abfallbehälter sei sicherlich schnell zu klären.

von Von Dierk Hartleb

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