Kunst gibt Denkanstöße, keine Lösungen


Dr. Andrea Firmenich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW, verbindet viel mit dem Ahlener Kunstmuseum. Bei der Ausstellungseröffnung am Samstag überraschte sie die Gäste mit einem Bekenntnis.

In ihrer textilen Rauminstallation „Vermessung unbekannter Materie“, in der Alexandra Knie die Betrachter in die Tiefen des Alls blicken lässt, tauchen bislang unbekannte Virenformen auf, die hier durch die Technik des Stickens sichtbar gemacht werden. Dierk Hartleb

Ein Dutzend Künstlerinnen und Künstler, die Autoren des Katalogs einschließlich des Verlegers des Wienand Verlags und des Grafikers sowie die Generalsekretärin der Kunststiftung NRW, Dr. Andrea Firmenich – einen größeren Nachhall kann die Eröffnung einer Ausstellung nicht finden. Zumal wenn das Publikumsinteresse dem der geladenen Gäste in nichts nachsteht.

So konnte sich Dr. Martina Padberg am Samstagnachmittag uneingeschränkt über die Resonanz freuen, die ihre „erste“ Ausstellung „Reset. Krise//Chance“ als Kuratorin und künstlerische Leiterin des Kunstmuseums auslöste. Ihre Dankbarkeit galt vor allem den 19 beteiligen Künstlerinnen und Künstlern aus dem europäischen Ausland und den USA, dass sie sich auf dieses Experiment einer Ausstellung, die unter dem Eindruck des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 konzipiert wurde, eingelassen hätten. Ausdrücklich in den Dank schloss sie neben den Sponsoren auch das Team des Kunstmuseums ein, für das Dagmar Schmidt anschließend einen Blumenstrauß überreichte.

Warum die Kunststiftung des Landes dieses Ausstellungsprojekts für förderwürdig hielt, verdeutliche Andrea Firmenich in ihrem Grußwort. Die Kunststiftung habe während des ersten Lockdowns über 1000 Kunstschaffende im Land mit der Bitte um ein Statement zu der Krise angeschrieben. Aus der Vielzahl der Einsendungen habe die Stiftung 150 ausgewählt und einen Zuschuss von 4000 Euro gewährt. Das Ahlener Ausstellungsvorhaben habe ihr Haus von Anfang mit besonderer Aufmerksamkeit begleitet.

Mit dem Bekenntnis „Ich fühle mich im Kunstmuseum zuhause“, überraschte die Generalsekretärin die Vernissagegäste und spielte auf ihre langjährige gute Zusammenarbeit mit dem früheren Direktor Burkhard Leismann an, der sich ebenfalls unter den Besuchern befand, als auch mit seiner Nachfolgerin, die an ihrer früheren Wirkungsstätte in Bad Homburg zahlreiche Ausstellungen kuratiert habe.

„Von einer Krise ist es nicht weit zur Katastrophe“, stellte Martina Padberg am Anfang ihrer Rede fest. Als Himmel und Straßen leer gefegt gewesen seien, seien auch ihre Gedanken von einer Hoffnung geprägt gewesen: „Radikalste Verhaltensänderungen sind möglich.“

Die Ausstellung gibt keine plakativen Antworten auf drängende Fragen in Zusammenhang mit der Pandemie. Die Arbeiten sind als Denkanstoß zu verstehen, der Anlass zum Diskutieren gibt.

Der Bonner Pianist, Komponist und Entertainer Markus Schimpp begleitete die Eröffnung einfühlsam mit musikalischen Miniaturen.

von Von Dierk Hartleb

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