Kunst in einem Paradiesgarten


Der zweite Sonntag der offenen Ateliers in Ahlen wurde auch dank des sonnigen Spätsommerwetters zu einem schönen Erfolg. In der Freiluft-Galerie und im Heimatmuseum gab es viele Exponate zu bewundern.

Andrea Schwien (2.v.l.) und Gaby Moser-Olthoff (r.) freuten sich mit Manfred Brückner, Iris Gretenkort, Claudia Dehardt und Andrea Lüdemann über den starken Zulauf zu den Offenen Ateliers am Sonntag im Heimatmuseum. Dierk Hartleb

Beim zweiten Anlauf war das Wetter Kunst und Künstlern hold: Christine Wienzek verwandelte ihren Garten in eine viel besuchte Freiluft-Galerie und im Heimatmuseum gaben sich die Besucher der Gemeinschaftsausstellung die Klinke in die Hand.

„Seit 11 Uhr herrscht ein ständiges Kommen und Gehen“, freuten sich Gaby Moser-Olthoff und Andrea Schwien, die die Tage der Offenen Ateliers von Seiten der Kulturabteilung vorbereitet hatten. Mit insgesamt sieben Künstlerinnen und Künstlern knüpfte die Veranstaltung an Teilnehmerzahlen vor dem Corona-Pandemieausbruch an, als sich zahlreiche Kunstschaffende an den Ateliertagen beteiligten, die zeitgleich auch in Hamm stattgefunden haben. Im vergangenen Jahr war die Teilnehmerzahl in Ahlen mit zwei sehr überschaubar.

Stark gefragt war das Heimatmuseum als gemeinsamer Ausstellungsort. „Nicht jeder verfügt über ein eigenes Atelier zu Hause, um Besucher zu empfangen“, erklärte Andrea Schwien. Daher das große Interesse an einer gemeinsamen Ausstellungsmöglichkeit. Einige könnten sich wie Iris Gretenkort auch gut eine noch größere Örtlichkeit vorstellen wie die Lohnhalle. „Wir prüfen den Vorschlag“, versicherte Gaby Moser-Olthoff. Allerdings müsse der Aufwand noch stemmbar sein.

Iris Gretenkort präsentierte sich sowohl als Malerin wie als Kunsthandwerkerin. In einigen ihrer Bilder verarbeitet sie persönliche Erfahrungen, die zum Teil auch leidvoll waren. In der Zeit des Lockdowns entdeckte sie die Lust am Gestalten mit Treibholz. „Wir sind an den Rhein bei Düsseldorf gefahren“, erzählte Gretenkort, wo sie im Uferschlamm solches Holz fand, das, nach sorgfältiger Reinigung mit Accessoires versehen, zum dekorativen Objekt wird. Auch Krippen sind auf diese Weise entstanden.

Claudia Dehardt stellte sich mit einem vielseitigen malerischen Werk vor. Ihre Landschaftsimpressionen entstehen nach Fotos und ihre großformatigen Tierdarstellungen wie von Elefant, Giraffe oder Zebra nach Zeichnungen. Auf diese Weise ist zu Hause der Wohnraum zum Afrikazimmer geworden.

Andrea Lüdemann sammelt alles, was ihr in die Hände gerät. Selbst eine Te­trapackung ist für sie kein Abfall, sondern eignet sich noch als Druckstock, den sie künstlerisch bearbeitet. Ihr Credo: „Gebrauchtes ist doch als Material viel spannender als eine jungfräuliche Zinkplatte.“ Mit Manfred Brückner und Marion Seiling waren auch zwei „Urgesteine“ der Ahlener Kunstszene am Start. Während die Künstlerin drei beeindruckende farbige abstrakte Bildwerke ausstellte, zeigte Manfred Brückner neben Arbeiten aus der diesjährigen Themenausstellung des Kreiskunstvereins „Zukunft_Zu Kunst“ noch frühere Bilder aus einer Serie „100 Meter Kunst“, die er zur Finanzierung eines Projekts in der „Stärkefabrik Wien“ – einem Zentrum für inklusive Kunstprojekte – beisteuerte, an deren Aufbau der Ahlener beteiligt war. Seine Ausstellung „Communicare“ in der Warburger Kirche „Maria im Weinberg“, die am 18. September endete, findet womöglich eine Fortsetzung in Hamm und anschließend noch in Ahlen.

Nach dem verregneten ersten Ateliertag am 18. September hatte Christine Wienzek dem zweiten in der Hoffnung auf Sonne entgegengefiebert. Die meinte es am Sonntag gut, so dass die Porzellan- und Glasmalerin ihr Atelier in den Garten verlegte, in dem die Blumen Konkurrenz durch kunstvoll gemalte Bilder und Objekte erhielten. Besondern bewundert wurden ihre Sägeblätter. Ein Hingucker für die mehr als 40 Gäste.

von Von Dierk Hartleb

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