Mehr Wertschätzung ist das Gebot der Stunde


Kein Dankeschön, kein Hinterfragen: Im Erntedankgottesdienst in der St.-Elisabeth-Kirche sprach Pastoralreferent Thomas Gocke deutliche Worte und forderte mehr Mitdenken ein.

Ralf Storkamp (l.), Birgit Schlüter (2.v.l.) und Barbara Ruhmann (r.) überreichten Thomas Gocke (3.v.r.) und Pfarrer Joseph Thota ein Präsent für die Leitung des Gottesdienstes. Ralf Steinhorst

Ein zweites Jahr hintereinander feierten die Landwirte, Landfrauen und Landjugendliche aufgrund der Pandemie ihren Erntedankgottesdienst in der Elisabethkirche. Pfarrer Joseph Thota und Pastoralreferent Thomas Gocke zelebrierten den Gottesdienst.

Dass der Gottesdienst ein besonderer sei, sehe man an der Dekoration, begrüßte Thomas Gocke die Teilnehmer. Im Altarbereich hatten Mitglieder der landwirtschaftlichen Ortsvereine wieder Feldfrüchte dekorativ aufgebaut.

In seiner Predigt stellte Thomas Gocke fest, dass immer mehr als selbstverständlich hingenommen werde, gerade auch in Geschäften. „Sich zu bedanken und einen schönen Tag zu wünschen, ist doch nicht zu viel verlangt“, mahnte er. Der Ton mache die Musik.

Fehlende Wertschätzung bekämen auch die Landwirte zu spüren: „Die harte Arbeit wird gar nicht mehr gesehen, Hauptsache der Liter Milch ist für ein paar Cent zu haben.“ Wahrscheinlich denke so mancher tatsächlich, dass das Fleisch aus der Kühltheke und nicht aus dem Stall kommt. Dass daran auch Existenzen hängen, werde nicht mehr hinterfragt.

Auch an der Wertschätzung von Gottes Schöpfung mangele es: „Der Mensch soll die Erde nicht ausbeuten, sondern erhalten.“ Gerade die Menschen, die nicht ums Überleben kämpfen müssen, seien aufgerufen, die Erde mit Dankbarkeit zu erhalten. Das Ahr-Hochwasser habe gezeigt, was passiert, wenn Schöpfung ausgebeutet und Klimaziele verfehlt werden.

Die Gemeinde nutzte den Erntedankgottesdienst, um mit Anni Geers, Liah Günther und Leni Stübbe-Holtkötter drei neue Messdienerinnen einzuführen. Es sei nicht mehr üblich, dass sich junge Menschen für die Kirche interessieren, die neuen Messdienerinnen aber wollen sie sogar mitgestalten, freuten sich Pfarrer Joseph Thota und Thomas Gocke.

Am Ende des Erntedankgottesdienstes bedankten Barbara Ruhmann, Birgit Schlüter und Ralf Storkamp bei den Geistlichen mit einem Präsentkorb. „Die Messe hat alles auf den Punkt gebracht, was uns bewegt – von Luft und Liebe allein können wir nicht leben“, bekräftigte Ralf Storkamp. Er kündigte zudem eine engere Zusammenarbeit zwischen der Landbevölkerung und der Kirchengemeinde an.

von -rst-

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