Nelha macht Bürger selbst zu Akteuren


Viele kleine Feste – in Straßen, Gärten oder Hinterhöfen: Nelha ermuntert Nachbarschaftsgemeinschaften in Ahlen, am 13. August selbst etwas steigen zu lassen.

Steffi Klagge, Michael Leifeld und Thomas Behm rühren die Trommel für Nelha als neues Format für Nachbarschaftsfeste. Dierk Hartleb

Stadtfest, Fiesta Mexikana, Stadtteilfest – alle genannten Veranstaltungen folgen dem gleichen Muster: Eine kleine Gruppe plant für eine große. Bei Nelha am 13. August soll alles ganz anders werden: „Es wird von den Bürgerinnen und Bürgern selbst organisiert“, erklären Steffi Klagge und Michael Leifeld.

Die beiden Akteure aus der Schuhfabrik haben sich für dieses neue Veranstaltungsformat konzeptionelle Hilfe aus Münster besorgt. Thomas Behm hat in Münster 2009 das „4tel Fest Mauritz-West“ zwischen Bahnlinie, Ring und Wolbecker Straße aus der Taufe gehoben, das von den Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern selbst organisiert wird, ohne Bier- und Würstchenwagen. Die Qualitätskriterien: nichtkommerziell, dezentral und handgemacht.

„Wir sind mit dem Nachbarschaftsfest bewusst nicht in die Innenstadt gegangen“, unterstreicht Michael Leifeld, sondern in den Norden. In dem Quartier zwischen Konrad-Adenauer-Ring, Warendorfer Straße, Gerichtsstraße sowie West- und Oststraße sollen am 13. August die Bewohnerinnen und Bewohner Hinterhöfe, Gärten oder Plätze für Aktivitäten jeglicher Art wie Flohmärkte, Spielaktionen, Musik, Handwerksvorführungen oder kleine Aufführungen öffnen. Es könnten auch der schöne Garten, die Modelleisenbahn oder der selbst gebackene Kuchen sein. „Es muss gar nicht perfekt sein“, hebt Steffi Klagge hervor. Jeder, der Lust hat, soll sich an dem Fest mit dem beteiligen, was ihm oder ihr wichtig ist. Die Schuhfabrik übernimmt dabei die Koordination und die Werbung.

Am 1. Juni beginnt die Anmeldemöglichkeit. Dazu gibt es unter der Internetadresse www.werdestadt.de/nelha eine eigene Homepage. Vorher sollen Flyer an die Haushalte verteilt werden.

„Wir wollen mit Nelha eine neue Form des Zusammenlebens und Feierns in Ahlen anstoßen“, geben Steffi Klagge und Michael Leifeld als Ziel aus. Von der Initiative sollen sich Einzelpersonen, Hausbesitzer oder Mieter, Gruppen, Vereine, Praxen und Firmen angesprochen fühlen.

Zum Schluss lüften die Initiatoren auch das Geheimnis um den seltsamen Namen: Nelha ist Ahlen rückwärts gelesen. Damit soll deutlich werden, dass das Nachbarschaftsfest kein Wiederaufguss von Stadtteilfesten ist.

Anmeldeschluss für die Veranstaltungen ist der 10. Juli. Danach werden Stadtpläne erstellt, auf der alle Veranstaltungen aufgeführt sind.

von Dierk Hartleb

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.