Offener Austausch der Kulturen


Die bunte interkulturelle Mischung beim Open-Air-Konzert „Kultur der Stimmen“ kam an. Dieser Meinung verliehen viele Besucher auch auf einer Unterschriftenliste Ausdruck, die auf der Veranstaltung weitergereicht wurde.

Kultur auf dem Marktplatz: Viele Gäste folgten der Einladung von Innosozial und dem Integrationsrat und ließen sich von einem vierstündigen Musikprogramm im Schatten der St.-Bartholomäuskirche verwöhnen. Martin Janzik

Der Marktplatz als Kulisse für ein Open-Air-Konzert – lange hat es das nicht mehr gegeben. Möglich machten es der Integrationsrat der Stadt Ahlen in Zusammenarbeit mit dem Sozialverband „Innosozial“. Mit sechs unterschiedlichen Musikfarben nahmen die Musiker die zahlreichen Besucher auf eine musikalische Reise durch mehrere Länder.

Eröffnet wurde diese multikulturelle Veranstaltung durch den Integrationsrat, der zum ersten Mal als Mitveranstalter eines Marktplatzevents auftrat. Die Vorsitzende Ergül Aydemir begrüßte mit ihren Stellvertretern Metin Ates und Maria Usai die Gäste. Auch Dietmar Zöller, Geschäftsführer von Innosozial, und Daniela Noack, Gruppenleitung Vielfalt, Engagement und Demografie der Stadt Ahlen, überbrachten Grüße, bevor das kulturelle Highlight auf dem Marktplatz startete.

Unter „Stimme der Kulturen“ steckte ein unglaubliches Engagement, bei dem die beteiligten Künstler ihre persönlichen Musikstile präsentierten. Mimmo Cortese bescherte dem Publikum als erster Künstler italienischen Rockpop. Er wurde im Anschluss von Koray Beyoglu mit türkischer Rockmusik abgelöst. Auch Juri Hafner stellte mit seinem Knopf-Akkordeon die eindrucksvollen Klänge seiner russischen Heimat dar. Auch so manche bekannte Melodie wurde vom Publikum mit Beifall belohnt.

Matthews Icho und Gabriel Malki schafften nicht nur, das Publikum mit ihrer arabischen Musik zum Tanzen zu bewegen, ihre Zugabe verzögerte den Ablauf um wenige Minuten. Mit der­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ Newroz-Gruppe kam ein Gitarren-Duo auf die Bühne, das das Publikum mit kurdischer Musik in den Bann zog. Den Abschluss machte Jonas Künne. Der Ahlener Gitarrist streifte mit Folk im englisch-amerikanischen die musikalischen Stile und freute sich, wie alle anderen Musiker, auf die Chance, endlich wieder mal vor Publikum nach der langen Auszeit auftreten zu können.

Bewegt durch die sehr unterschiedlichen Eindrücke entwickelte sich ein offener Austausch der Kulturen, die in Ahlen und der Umgebung heimisch sind. Den Besucherinnen und Besucher gefiel offensichtlich die sehr abwechslungsreiche Vorstellung unterschiedlicher Kulturen.

Diese bunte Mischung völlig unterschiedlicher Klangfarben sollte nach Meinung vieler Zuhörerinnen und Zuhörer auch bei anderen Gelegenheiten wie beim Stadtfest oder ähnlichen Veranstaltungen selbstverständlich werden. Dieser Forderung verliehen viele mit ihrer Unterschrift auf einer umhergehenden Liste Ausdruck.

Das Konzert war jedenfalls ganz im Sinne Ruben Timman, dessen „Museum der Menschheit“ derzeit in Ahlen mit großen Porträtfotos ausschnittweise gezeigt wird und der sich ebenfalls unter den Gästen befand.

von Von Martin Janzik

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