Protestkundgebung auf dem Marktplatz gegen Russland-Sanktionen


Knapp 200 Menschen nahmen nach Schätzung der Polizei am Samstagabend an einer Kundgebung und einem anschließenden Aufzug durch die Innenstadt teil, um gegen das Verhalten der Bundesregierung im Ukraine-Krieg zu demonstrieren.

Nach der Kundgebung auf dem Marktplatz begann der Aufzug durch die Innenstadt. Dierk Hartleb

Mit einem Aufzug durch die Innenstadt bekundeten knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmen (Schätzung der Polizei) ihren Protest gegen die Haltung der Bundesregierung im Ukraine-Krieg und die Sanktionspolitik gegenüber Russland. Mehrere Rednerinnen und Redner forderten zuvor auf dem Marktplatz die Vertreter der „Ampel“ auf, sich in dem von Russland begonnenen Angriffskrieg neutral zu verhalten. „Das ist nicht unser Krieg“, riefen die beiden eingeladenen Moderatoren, offensichtlich aus Bielefeld, unter starkem Beifall.

Eine Sozialarbeiterin, die als Andrea vorgestellt wurde, beklagte, dass viele Familien bereits heute die steigenden Preise insbesondere für Energie und Lebensmittel nicht mehr bezahlen könnten. „Ich sehe die nackte Angst in den Familien“, sagte die Rednerin, die beruflich mit Fragen des Kindeswohl betraut ist. Auch sie wandte sich gegen die Unterstützung der Bundesregierung der Ukraine durch Waffenlieferungen und forderte, die Sanktionen zu beenden. Ihre Ausführungen wurden mit Rufen wie „Frieden, Freiheit, Souveränität“ unterstützt.

Ein weiterer Redner, den die Moderatoren als Stefan vorstellten, der aus der Baubranche komme, die angeblich den höchsten Energieverbrauch habe – es ist laut Statischem Bundesamt die Chemische Industrie – meinte, dass nicht Russland, sondern Deutschland vertragsbrüchig geworden sei. Statt „dreckiges“ Frackinggas aus den USA oder Erdgas aus dem Nahen Osten unter hohem Transportaufwand zu importieren, solle sich die Politik darauf besinnen, dass auch hierzulande in der Erde große Gasvorräte lagerten.

Angemeldet hatte die Demonstration Elke Stein, die sich als in der Wohnungswirtschaft tätig vorstellte und die berichtete, dass sie bereits in jüngster Zeit gezwungen gewesen sei, Bescheide über drastisch gestiegene Nebenkosten herauszuschicken. Zusammen mit einem älteren Redner namens Achim forderte sie, dass auch ihre Kinder und Enkelkinder noch eine Zukunft haben müssten. „Wir sind nicht rechts“, betonten die meisten Redner und Teilnehmer.

von -hat-

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