Riesenmöhren sprießen aus dem Sand


Möhren von gigantischer Größe am Krämerskamp, ein gestrandetes Piratenschiff im Wohnquartier Otto-Wels-Straße: Ahlen hat zwei weitere neue Spielplätze, die sich für einen Familienausflug empfehlen. Wieder wurden Kinderwünsche wahr.

Ein Piratenschiff ist im Wohnquartier Otto-Wels-Straße gestrandet. Und zerborsten. Noch fehlt die Kanone, an der bis zuletzt gearbeitet wurde. Ulrich Gösmann

Schon mal auf Möhren gesessen, gelegen, gehangelt oder balanciert? Gibt‘s nicht? Gibt‘s doch – am Krämerskamp. Dort sprießen die Gewächse in gigantischer Größe ganz frisch aus dem Sand. Ahlen hat einen neuen Spielplatz. Oder besser gesagt gleich zwei. Was erlebbar wird, wenn man Grünflächenchef Jörg Pieconkowski am Donnerstag noch bis zur Otto-Wels-Straße folgt. Ein Piratenschiff ist dort zwischen enger Wohnbebauung gestrandet. Kinder, was für ein Abenteuer!

Megamöhren? War da nicht auch was im Stadtpark? Der Leiter der Grünflächenabteilung lacht und nickt: Auch die Riesenameisen entstanden in der Werkstatt der Zimmer.Obst GmbH Spielplatzgestaltung in Spreenhagen. Doch woher diese verrückten Ideen?

Jörg Pieconkowski gesteht, sich selbst gewundert zu haben, als bei der Anwohnerbeteiligung im Vorjahr im Wohnquartier Krämerskamp ein Wunsch geäußert wurde, den er so noch nie gehört habe – und der Arbeitsauftrag wurde: „Landwirtschaftlicher Spielplatz“. Der Landschaftsarchitekt schaute sich bei Herstellern um. „Es gab auch Trecker mit Rutsche. Mit wenig Spielerlebnis. Wenn man den Preis sieht, fällt man um.“ Dann sei er auf den Ackerweg gekommen, auf Möhren und die Früchte der Natur. Die sind seit wenigen Tagen mit dem Krämerskamp fest verwurzelt. Allein die Leuchtkraft des dominierenden Orange weckt Lust, den Gemeinschaftsspielgarten zu entdecken. Der Preis: rund 50 000 Euro.

Wie unterschiedlich Kinderwünsche sein können, zeigt im nicht weit entfernten Wohnquartier Otto-Wels-Straße ein anderer Spielplatz, auf dem sich ein scheinbar auseinandergebrochenes Piratenschiff für kleine Abenteuer und gleiches Geld quer legt. Wieder wirkten Anwohner mit und formulierten einen ganz anders lautenden Arbeitsauftrag. „Die Kinder wollten was mit Piraten haben“, so Pieconkowski. Die Anlage entstand in der Werkstatt der Firma Kindt aus massiver Eiche des Sauerlands. Jörg Pieconkowski gibt ihm das Prädikat „besonders robust“. Die Kunst sei es gewesen, das Ensemble auf möglichst engem Raum zu platzieren. Der weite Blick aufs freie Feld öffnet zwischen Schatzkistenbrücke und Piratennest den Horizont für große Fahrten. Dass noch eine Kleinigkeit fehlt, dürfte den Reiz weiter erhöhen, von hier in See zu stechen: „Es soll noch eine Kanone hinzukommen“, verrät Pieconkowski augenzwinkernd. Die wäre schon längst an Bord gewesen, wäre der Kanonenbauer nicht zwischenzeitlich erkrankt. Fotos aus dem Sauerland dokumentieren allerdings ihre Vollendung.

Wie viele Spielplätze in den vergangenen Jahren neu entstanden, kann Ahlens Grünflächenchef nach spontaner Frage nur schätzen. Um die 40 dürften es sein. Und: keiner wie der andere. „Ich sehe es als Herausforderung, jeden anders zu gestalten“, sagt der Planer. Das schaffe den Reiz, einen Platz nach dem anderen einfach mal anzusteuern. Hoch im Kurs der Spielplatz-Tagestouristen sei gerade die neue Anlage am Oestricher Weg, wie er von Nachbarn hörte. Weitere Projekte werden folgen. Allen voran die Erneuerung der drei Spielanlagen im Naherholungsgebiet Langst.

von Von Ulrich Gösmannund

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