Schausteller froh: Fast so wie vor der Pandemie


Klar, die 3G-Regel muss eingehalten werden, an einigen Stellen auch die Maskenpflicht. Ansonsten sehen die Schausteller einer fast normalen Herbstkirmes entgegen.

Alexander Burghard bringt die Geisterbahn in Form. Skelette werden auf Vollständigkeit geprüft. Peter Schniederjürgen

Diese Kirmes läuft wieder ziemlich normal ab. Das freut auch Rudi Isken, einer der treuesten Beschicker des Ahlener Rummels. „Die Menschen sind zu fast 70 Prozent geimpft, rund zehn Prozent genesen. Jetzt können wir endlich wieder loslegen“, zeigt sich der Inhaber des Autoscooters an der Ostbredenstraße erwartungsvoll.

Diesmal gibt es zwei Eingänge nach nur einem im Vorjahr: Die liegen an Rottmann- und Ostbredenstraße. Hier muss jeder Besucher seinen 3G-Status nachweisen. „Denn nur wer den erfüllt, hat Zutritt“, stellt der städtische Kirmeskoordinator Sebastian Altena klar.

Jeder, der sich entsprechend ausgewiesen hat, bekommt ein Bändchen um den Arm, das täglich eine andere Farbe hat. „Damit können die Kollegen auf dem Platz auch alles schnell überprüfen“, ergänzt Altena. So sollte sich niemand wundern, wenn er auf dem Platz angesprochen wird. Für den geordneten Einlass wird rund um den Platz ein Zaun aufgestellt. Dahinter wird gewaltig gewerkelt.

An der Geisterbahn bekommen die Gespenster des Außendienstes eine Dusche mit dem Hochdruckreiniger, Skelette des Innendienstes werden auf Vollständigkeit überprüft. „Es macht einfach Spaß, dass es wieder weitergeht“, sagt Alexander Burghard vor seiner Geisterbahn.

Gruselig war die lange Lockdown-Zeit für die ganze Branche. „Das spüren wir an allen Stellen. Vom Personalmangel bis hin zu Kollegen, die es nicht geschafft haben“, blickt Rudi Isken auf die wohl schwierigste Zeit in seinem Job zurück. Er hatte gerade vor dem Lockdown noch kräftig in neue Wagen und eine Laseranlage für den Autoscooter investiert. Und dann kam das große Aus.

Mit Mühe hat er sich, wie viele Kollegen seiner Branche, über die Zeit gerettet. Auch die Hilfen brachten es nur zum Teil. „Es ist einfach mehr. Es fehlt der Kontakt zu den Gästen, zu den Kollegen und nicht zuletzt auch zu dieser Stadt“, bekennt der Dortmunder. Ahlen hatte er immer auf dem Schirm. Schon in der Schulzeit habe diese Stadt eine große Rolle für ihn gespielt. Umso mehr freue er sich nun, wieder hier zu sein. „Und zwar so richtig.“

Fast keine Coronabeschränkungen trüben diesmal das Vergnügen. Nur in den Wartebereichen schreibt die Stadt Maskenpflicht vor. Allerdings ist es das Hausrecht eines jeden Beschickers, Maske auch im Karussell zu verlangen. Um Abstand halten zu können, wurden die Laufwege wie im Vorjahr breiter angelegt. Und auch die Abstände zu den Fahrgeschäften sind größer. Die Herbstkirmes startet am Freitag und läuft zu den vertrauten Zeiten bis zum Dienstagabend.

von Von Peter Schniederjürgen

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