Schlüpfer fliegen beim doppelten Heimspiel


Wann flogen schon mal Damenschlüpfer über Ahlens Marktplatz auf die Bühne? Beim „meckmann.“-Auftritt waren es am Freitagabend gleich ein halbes Dutzend. Ahlen feierte den „Tralla City“-Kultursommern, Teil zwei.

Fotos: Martin Feldhaus

Heimspielabend bei Tralla City: Mit den Gruppen „meckmann.“ und „Timeless“ stehen am Freitagabend zwei Ahlener Formationen auf der Bühne – und überzeugen mit geradliniger, echter handgemachter Musik zum Mitsingen und Mittanzen. „Typische Tralla City-Klänge“, verspricht Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels zum Programmstart. Und der doppelte Heimspielabend hält, was versprochen wird.

Den Auftakt machen „meckmann.“ Und die singen nicht einfach nur Lieder, das Quartett präsentiert vielmehr ganze Geschichten. Immer autobiografisch ehrlich, authentisch, relevant und mit viel Spaß an der Sprache und klaren Worten. Prägnante deutsche Texte ihrer Stücke wie „Zu spät“ oder „Heute bin ich offline“ lassen viele Einflüsse der Rock- und Pop-Musik aus den letzten Jahrzehnten erkennen und sorgen dafür, dass der Funke schnell überspringt. Bei den Ahlenern kommen Peter Thimm (Gesang), Uli Meckmann (Schlagzeug), Jürgen Arrenberg (Gitarre) und Horst Kleinekofort (Bass) super an. Die Gruppe, für die es der erste Auftritt in diesem Jahr ist, sprüht nur so vor Elan und Tatendrang – und überträgt ihre Leidenschaft für die Musik auf die Zuhörer. Insbesondere Peter Thimm erweist sich als Energiebündel an den Tasten und zieht das Publikum in seinen Bann. Einigen Damen gefällt das so gut, dass am Ende des Auftritts schwarze Schlüpfer auf die Bühne fliegen. Ein Novum bei Tralla City?! „Cool…vom ersten Moment an“, freut sich der abgekämpfte Frontmann Thimm nach dem Premierenauftritt für „meckmann.“ in diesem Jahr.

Die zweite Halbzeit des Heimspielabends pfeifen mit „Timeless“ schon fast Musiklegenden der Wersestadt an. Georg Smeilus, Jürgen Bollmer, Kalli Eifler, „Eppi“ Ebbing, Hans Hartings, und Walter Prahst nehmen die „Tralla City“-Fans mit auf einen wilden Parforceritt durch 50 Jahre Rock- und Popgeschichte. „Wir machen mit euch unser Ding“, kündigen sie mit Blick auf Udo Lindenbergs „Mein Ding“ an. Und lassen dieser Ankündigung klangliche und stimmliche Taten folgen. Von Marius Müller-Westernhagen („Liebling, lass uns tanzen“) bis zu Liquidos Paradesong „Narcotic“ ist alles dabei. Eine Stunde, geprägt durch einen bunten Stilmix. Zum Abschluss erreicht die Stimmung ihren Siedepunkt – natürlich mit der Ikone des Ruhrgebiets: Zu bekannten Klängen von Wolfgang Petry zieht es viele Besucher ganz nah vor die Bühne. Die Texte sind eh musikalisches Gemeingut. Fast alle singen und tanzen mit.

War es das wirklich schon? Als „Timeless“ im Anschluss die Bühne verlassen will, machen die Ahlener nicht mit: „Zugabe“ schallt es den sechs Lokalmatadoren entgegen. Gefordert und geliefert, natürlich ebenfalls mit einem echten Klassiker: „Verdamp lang her“ schmettert das Sextett den Ahlenern stimmgewaltig die Hymne der Band BAP aus dem Jahre 1981 entgegen. Rheinischer Kölschrock lässt Ahlens gute Stube gegen 23 Uhr noch einmal beben. Dann ist Schluss an einem Tralla-City-Freitag, der zwar nicht für einen proppenvollen Marktplatz sorgt, aber mit einem lokalen Musikdoppelpack elektrisiert.

„Wir sind einfach froh, wieder auf der Bühne zu stehen“, gibt ein glücklicher „Eppi“ Ebbing nach dem Auftritt zu Protokoll. Der Marktplatz sei hervorragend geeignet und die Stimmung in Ahlen sowieso immer gut.

von Von Martin Feldhaus und

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