Sicher durch den Langstwald


Trockenheit und Stürme haben auch im Ahlener Stadtwald Langst ihre Spuren hinterlassen. Aus Gründen der Verkehrssicherung wurden Wackelkandidaten jetzt ausgemustert. Und gefällt.

Stillleben, die der Langst erhalten bleiben: Nicht alle Bäume, die gerade gefällt wurden, verlassen den Stadtwald. Sie werden dem Verfall überlassen. Ulrich Gösmann

Was jetzt noch liegt, bleibt liegen. „Wir sind durch“, signalisiert Forstbetriebsbezirksleiter Jochen Garbe am Montag, die Langst zunächst einmal abgearbeitet zu haben. Am Freitag heulten im Stadtwald noch die Sägen.

An wie vielen Stämmen die ansetzten? Garbe spricht von einer dreistelligen Zahl. „Kranke und tote Bäume, die in der Nähe der Wege stehen, werden aus Gründen der Verkehrssicherung entnommen“, erklärt der 39-Jährige. All das nach Rücksprache mit der Stadt Ahlen. Dass nicht jeder Fällkandidat „huckepack“ auch gleich den Stadtwald verließ, hat seinen Grund: „Die größten Teile bleiben liegen. Wir wollen die Waldbesitzer nicht über die Maßen belasten“, erklärt Ahlens neuer Revierförster. Die schweren Forstfahrzeugen könnten sonst die Wege beschädigen. Die gefällten Bäume würden jetzt dem natürlichen Verfall überlassen.

Auch in der Langst haben Klimaextreme ihre Spuren hinterlassen. Entsprechend unterschiedlich die Gründe, warum Wackelkandidaten jetzt entfernt werden mussten. Exemplarisch nennt Jochen Garbe die Esche mit dem Eschentriebsterben. Und im nächsten Atemzug die Buche mit offenkundigen „Absterbeerscheinungen aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit“. Sie verliere Äste und sei in der Stabilität gefährdet. Das sei auch gleich einer der Hauptgründe für die Ausmusterung.

Erst seit Anfang 2021 als neuer Leiter des Reviers Sendenhorst im Amt, das auch das Drensteinfurter und Ahlener Gebiet umfasst, gerät der gebürtige Niedersachse plötzlich regelrecht ins Schwärmen: „Die Langst ist ein total spannendes und seltenes Waldgebiet.“ Außergewöhnlich in der Zusammensetzung. Eiche und Buche, Esche und Bergahorn, Lerche und mit der Kiefer auch ein Nadelholz – das Portfolio sei groß, die Biodiversität richtig toll. „Leider Gottes hat auch die Langst sehr unter der Trockenheit und den Stürmen der letzten Jahre gelitten“, schwenkt der Förster um. Ob die Zahl der abgängigen Bäume in diesem Jahr entsprechend höher ist? „Im Trend gleichbleibend“, antwortet Garbe. „Das allerdings auf hohem Ni­veau.“

von Von Ulrich Gösmann

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.