SPD lässt CDU klar hinter sich


Die CDU hat auch in Ahlen bei der Bundestagswahl kräftig Federn gelassen. Sie kommt bei den Zweitstimmen nur noch auf 28,8 Prozent (minus 5,4). Die SPD legt um 3,2 auf 33,7 Prozent zu und geht damit als Sieger über die Ziellinie. Den dritten Platz belegt die FDP vor Grünen und AfD.

Zeit fürs Zählen: Im Wahllokal 6 Städtisches Gymnasium Pausenhalle hat das Team um Ute Neufeld (r.) 601 Stimmzettel auszuwerten. Ulrich Gösmann

Als um 18 Uhr die Prognosen über die Fernsehschirme flimmern, bricht auf der SPD-Wahlparty im Stadthallen-Restaurant allenfalls verhaltener Jubel aus. Der Vorsprung in den Umfragen ist dahin, die Union hat aufgeholt. Die ARD sieht beide Parteien mit 25 Prozent gleichauf, das ZDF die SPD nur minimal vorn. Doch auch bei der CDU im Flammkuchenhaus „Canapé“ ist die Stimmung eher gedämpft. Zu ungewiss zu dieser Stunde, wie dieser mutmaßlich lange und spannende Wahlabend ausgehen wird.

Auf die ersten Ahlener Ergebnisse müssen Mitglieder und Anhänger bis 18.49 Uhr warten. Die Zahlen aus dem Wahlbezirk 14 (Fritz-Winter-Gesamtschule rechts) verheißen nichts Gutes für die CDU: acht Prozent Verlust im Vergleich zur letzten Bundestagswahl bei den Zweitstimmen.

In der Endabrechnung büßt die CDU 5,4 Prozent ein und kommt nur noch auf 28,8 Prozent. Die SPD gewinnt 3,2 Prozent dazu und geht so mit 33,7 Prozent als Sieger über die Ziellinie. Im Kampf um Platz drei liefern sich FDP, Grüne und AfD lange ein enges Rennen, das schließlich die Liberalen (10,19 Prozent) mit einem Wimpernschlag vor den Grünen (10,17) für sich entscheiden, obwohl Letztere sich im Sog des Bundestrends um 5,8 Prozent verbessern. Auf die AfD entfallen 8,5 Prozent, ein Minus von 1,3 Prozent. Die Linke halbiert mit drei Prozent ihr Ergebnis von 2017.

Bei den Erststimmen für die Wahlkreiskandidaten im Kreis Warendorf hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup in Ahlen mit 36,7 Prozent die Nase vor Henning Rehbaum (CDU) mit 33,2 Prozent. Auf Kreisebene verteidigt der bisherige Landtagsabgeordnete aus Albersloh aber das Direktmandat für seine Partei und kann als Nachfolger von Reinhold Sendker nach Berlin wechseln. Auf den weiteren Plätzen folgen Jessica Wessels (Bündnis 90/Die Grünen) mit 8,6 Prozent, Dennis Dinter (AfD) mit 8,3 Prozent, Dr. Oliver Niedostadek (FDP) mit 6,9 Prozent und Reiner Jenkel (Die Linke) mit 3,2 Prozent.

Organisatorisch sei auch diese zweite Wahl unter Corona-Bedingungen reibungslos verlaufen, stellte Bürgermeister Dr. Alexander Berger am Abend zufrieden fest, verbunden mit einem Lob für die mehr als 230 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Vielen von ihnen hatte der Verwaltungschef schon im Laufe des Tages persönlich für ihren Einsatz gedankt. Seine traditionelle Tour mit Schokolade und „Erfrischungsgeld“ im Gepäck führte ihn diesmal zu sechs Stationen mehr als sonst, die Zahl der Briefwahlvorstände war von fünf auf elf aufgestockt worden. Was sich als sehr hilfreich erwiesen habe, so Berger, denn die Auszählung der Stimmen ging recht zügig vonstatten. Um 21.11 Uhr stand das vorläufige Endergebnis für die Stadt Ahlen fest. Die Wahlbeteiligung bezeichnete Berger als „okay“, sie war mit 73,45 Prozent nahezu identisch wie vor vier Jahren mit 73,40 Prozent. Von den 36 636 Wahlberechtigten gaben 26 909 ihre Stimme ab, davon gut 34 Prozent per Briefwahl, zehn Prozent mehr als 2017.

von Von Peter Harke

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