Tonnen lagern weiter unter freiem Himmel


Bernd Döding versuchte, den Betriebsausschuss von der Notwendigkeit einer weiteren Lagerhalle am neuen Baubetriebshof zu überzeugen. Das gelang dem Umweltbetriebsleiter nur zum Teil. Am Ende stand ein Kompromiss.

Wild verstreut, zum Teil auf unbefestigtem Gelände sind derzeit rund 800 Abfallbehälter auf dem Gelände des neuen Baubetriebshofs gelagert. Die Umweltbetriebe wünschen sich zur geordneten Unterbringung den Bau einer Lagerhalle, wogegen sich die Politik bislang sträubt. Im Betriebsausschuss wurde immerhin ein Kompromiss erzielt. Stadt Ahlen

Vehement, bisweilen fast schon in flehendem Ton, versuchte Bernd Döding die Mitglieder des Betriebsausschusses am Montag von der Notwendigkeit einer weiteren Lagerhalle am neuen Baubetriebshof zu überzeugen. Das gelang dem Umweltbetriebsleiter jedoch nur zum Teil.

Zumindest wird die bereits im Ursprungsplan vorgesehene, aber dann geschobene Investition nach einstimmigem Votum nun mit einem Sperrvermerk versehen und erst dann freigegeben, wenn die Ahlener Umweltbetriebe Nutzungs- und Kostendetails schlüssig zusammengestellt haben. Dieser Kompromiss war das Ergebnis einer langen, teilweise polemisch geführten Diskussion, bei der sich der Leiter der Umweltbetriebe vor allem gegenüber Frank Viehfeger (SPD) immer wieder rechtfertigen musste, wenn er das Vorhaben mit betont lockeren Sätzen in Zweifel zog: „Sie wollen doch nur jedes Jahr ein Schüppchen mehr drauflegen“, hielt er dem Verwaltungsvertreter vor. Oder: „Sie wollen mehr Geld. Dann erklären Sie erst mal, wofür.“ Für die Sozialdemokraten sei die Halle zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll umsetzbar. „Das wäre Geldverbrennen.“

Die Erklärung folgte dann mehrfach – gebetsmühlenartig: Rund 800 Abfallbehälter sind derzeit auf dem Gelände des Baubetriebshofs unter freiem Himmel, zum Teil auf unbefestigter Ebene, verstreut. Im Sommer sei der Kunststoff, so Bernd Döding, extremer Hitze ausgesetzt, was viele der gestapelten Behälter in ihrer Form verziehe und beim Zusammensetzen mit Einzelteilen wie Deckeln und Rädern zu Passproblemen führe. Kälteeinwirkungen wie Frost seien ebenso ungünstig für die Tonnen auf Dauer. „Wir haben schon einen großen Lkw vor die Lagerstätte gefahren, damit die Tonnen nicht bei Wind über den Hof gefegt werden“, verdeutlichte Bernd Döding. Das sei kein haltbarer Zustand.

Bernd Meiwes (SPD) fragte sich, ob die Halle unbedingt am Ostberg neu gebaut werden muss. „Man kann auch eine bestehende Halle anpachten. Das ist vielleicht sogar günstiger“, sagte er. Doch davon riet der Umweltbetriebsleiter ab. Schließlich sei der neue Bauhof errichtet worden, um die Utensilien eben nicht mehr an vielen Einzelstandorten verstreut einsammeln zu müssen, dabei unnötige Fahrt- und Mietkosten zu erzeugen. „Wenn wir wieder über weitere Standorte in den Außenbereichen reden, wird unser ursprünglicher Ansatz der Synergieeffekte konterkariert.“ Die zwischenzeitlich im Ausschuss aufkommende Idee, zunächst noch die Altgebäude an der Alten Beckumer Straße zu nutzen, fällt für ihn daher ebenfalls flach. Er warnte auch vor einer erheblichen Kostensteigerung, sollte der Neubau weitere Jahre verschoben werden.

Der Ausschussvorsitzende Thomas Kozler musste dennoch festhalten: „Es sind viele Fragen in Zusammenhang mit dieser Halle aufgetaucht, dass ich die Vorbehalte verstehen kann.“

Für die Halle waren im Wirtschaftsplan 580 000 Euro veranschlagt. Abzüglich der Ansätze für „Optimierungsmaßnahmen“ bliebe noch eine Summe von 480 000 Euro. Nun müssen die Umweltbetriebe den Bleistift spitzen, ein Zahlenwerk vorlegen, eine mögliche Senkung der Baukosten herbeiführen und die Notwendigkeit ein weiteres Mal ausführlich erläutern, um die Politik bei einer kommenden Diskussion zu überzeugen, den Sperrvermerk aufzuheben.

von Von Christian Wolff

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