Unfall aus mehreren Perspektiven


Wie schnell eine kurze Ablenkung zu einem schweren Unfall führen kann, machte die Verkehrsunfallprävention der Polizei am Mittwochvormittag mit ihrem Stand am Rathaus deutlich. Mittels moderner Digitaltechnik.

Welchen Einfluss hat die Reaktionszeit auf den Bremsweg eines Fahrzeugs? Richard Rauer, Michaela Löber, Dagmar Hille und Stefan Wellmann (v.l.) zeigten es den Passanten am Rathaus. Christian Wolff

Die Straße ist frei, augenscheinlich droht keine Gefahr. Da ist die Versuchung groß, mal eben aufs Handy zu schauen. Wie fatal das enden kann, zeigte die Polizei jetzt ganz realistisch – per Simulator und hochmoderner VR-Brille.

Im Rahmen der Mobilitätswoche kooperierte die Stadt Ahlen am Dienstag mit dem Präventionsteam der Warendorfer Behörde und sensibilisierte Passanten am Rathauseingang für die alltäglichen Gefahren der Ablenkung. „Wir haben die Menschen in diesen Tagen mit verschiedenen Aktionen auf nachhaltige Alternativen zur Fortbewegung hingewiesen“, sagt Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink. „Ein Ampelquiz, Infos auf Brötchentüten und die Möglichkeit, eines von 2000 VIP-Münsterland-Tickets für Busse und Bahnen zu bekommen, gehörten dazu.“

Der gemeinsame Stand mit der Polizei stach jedoch heraus, schließlich entführte die Spezialbrille in eine virtuelle Realität, wie sie Schaubilder und Erzählungen kaum vermitteln können. „Wir zeigen einen Unfallhergang aus mehreren Perspektiven“, erklärt Polizeioberkommissarin Michaela Löber. „Einmal aus Sicht eines Unbeteiligten und zweimal aus Sicht des Verursachers. Bei der dritten Sequenz wird der Betrachter auf Details hingewiesen, die zu dem Unfall geführt haben.“ Auch hier sei der Faktor Ablenkung entscheidend. Zum Beispiel, wenn ein Handykabel von zwei weiteren Insassen durchs Auto gereicht wird. „Beim ersten Anschauen bemerkt man vieles gar nicht.“ Löber, die das Präventionsangebot gemeinsam mit Polizeioberkommissar Stefan Wellmann und den beiden Polizeihauptkommissaren Richard Rauer und Dagmar Hille betreut, ist immer wieder erstaunt, wie die VR-Brille ihre Nutzer nachhaltig beeindruckt.

„Multitasking funktioniert nicht im Straßenverkehr“, ist auch Richard Rauer überzeugt. Einer der Slogans, die der Polizist an seine „Kunden“ verteilt, beschreibt es gut: „Lieber nicht zu erreichen als nicht zu retten.“

von Von Christian Wolff

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