Vieles ans Licht gebracht


Interessante Einblicke und neue Erkenntnisse zur Frühgeschichte Vorhelms hat Pastor Hermann Honermann in seinem neuen Buch „Das Dorf vor der Helle“ zusammengetragen. Jetzt wurde es vorgestellt.

Pastor Hermann Honermann (M.) und sein Mitautor Björn Alberternst (l.) stellten das Buch „Das Dorf vor der Helle – Aus Vorhelms ältester Geschichte“ gemeinsam mit Kreisarchivar Dr. Knut Langewand vor. Christian Wolff

Etwas anders als geplant verlief am Freitagabend die Vorstellung des Buches „Das Dorf vor der Helle – Aus Vorhelms ältester Geschichte“. Statt im warmen Pfarrheim mussten sich die zahlreichen Interessierten bei kühler Witterung vor dem Gebäude versammeln, denn die Veranstaltung wurde coronabedingt nach draußen verlegt.

Pastor Hermann Honermann und sein Mitautor Björn Alberternst bedauerten diesen Umstand, baten zugleich aber um Verständnis, dass die aktuelle Pandemieentwicklung ansonsten eine Absage erfordert hätte. „Besser so als gar nicht“, konstatierte auch Kreisarchivar Dr. Knut Langewand, der die Moderation übernommen hatte. Schließlich sei es auch ihm ein Herzensanliegen gewesen, der Buchvorstellung einen gewissen Rahmen zu geben. Es sei etwas ganz Besonderes, wenn neue Erkenntnisse aus derart früher Zeit zusammengestellt und gedeutet werden. „In neuerer Zeit ist die Materiallage so gut, dass man schauen muss, was weggelassen werden kann“, beschrieb Lange­wand. „Aber gehen wir ins Mittelalter oder noch weiter zurück, gibt es immer weniger Quellen, so dass wir für alle Informationen dankbar sind, die wir auswerten können.“

Im Fall der Vorhelmer Frühgeschichte waren es vor allem Bodenfunde, die Björn Alberternst gemeinsam mit Uwe Gehrmann bei zahllosen Sondengängen gemacht hat. „Sie haben vieles ans Licht gebracht, was wir noch nicht wussten“, lobte Honermann. 2017 habe er Alberternst am Rande einer Veranstaltung kennengelernt und eine Zusammenarbeit vorgeschlagen.

Auf den Spuren alter Dokumente überrascht Hermann Honermann mit Erkenntnissen rund um die frühe Struktur der Bauerschaften und der Höfe, die zum Teil deutlich älter sind als bislang angenommen. In den Mittelpunkt gerückt wird das alte „Borggut“ im Herzen Vorhelms, auf dessen Grund das Domkapitel die St.-Pankratius-Kirche stiftete – deutlich früher und anders als bislang angenommen. Selbst da, wo es nur Vermutungen gibt, führt der Autor bemerkenswerte Indizien an, die nicht nur für eingefleischte Vorhelmer interessant sind. Die Geschichte um den ältesten belegbaren Vorhelmer Wulfbert hat der emeritierte Pastor für die aktuelle Veröffentlichung ebenfalls neu aufbereitet. „Es gab zwar schon mehrere Artikel dazu, aber bei einer Versammlung der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine stellte sich heraus, dass nur zwei Anwesende die Geschichte tatsächlich gelesen hatten“, so der Autor. „Daher musste ich das Ganze noch mal in diesem Kontext verarbeiten.“

Hermann Honermann hat sich seit vielen Jahren nebenamtlich mit der Geschichte Vorhelms befasst. Ein erstes Buch veröffentlichte er 1993 über die St.-Pankratius-Kirche und 1999 über Tönnishäuschen.

Das Buch „Das Dorf vor der Helle“, herausgegeben als Band 4 der Schriftenreihe des Kreises Warendorf und gedruckt im Aschendorff-Verlag, ist ab sofort in den örtlichen Buchhandlungen, in Vorhelm beim „Lädchen am Pilz“, erhältlich.

von Von Christian Wolff

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