Wersebögen werden Lebensräume


Der Wasser- und Bodenverband Ahlen-Beckum gestaltet derzeit einen weiteren Teilabschnitt die Werse naturnah um. Gemeinsam mit der Stadt wurden die Renaturierung und ihre Auswirkungen vorgestellt.

Ludger Schulze Horsel, Harald Schwick, Jörg Pieconkowski, Hans Schäfer und Wilhelm Lönne (v.l.) stellten im Namen von Wasser- und Bodenverband sowie der Stadt Ahlen die aktuellen Renaturierungsmaßnahmen vor. Christian Wolff

Im Bereich des Stadtparks ist die Vegetation schon sichtbar. Bis es an der Werse zwischen Dolberger Straße und August-Kirchner-Straße wieder grünt und blüht, wird es noch etwas dauern. Hier sind die Maßnahmen zur Renaturierung noch in vollem Gange.

„Anfang November haben wir mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen“, sagt Hans Schäfer, Verbandstechniker des Wasser- und Bodenverbands Ahlen-Beckum. Dieses rund 500 Meter lange Teilstück werde in Kürze parallel zum dritten Bauabschnitt – noch einmal rund 400 Meter – renaturiert. Es entstehen unter anderem Senken, die nur bei starkem Niederschlag gefüllt sein werden. Ein weiterer Beitrag zum Hochwasserschutz. „Ungefähr bis Ende Februar soll alles fertig sein.“ Neben Schäfer machen sich am Montagvormittag auch Verbandsvorsitzender Wilhelm Lönne und dessen Stellvertreter Ludger Schulze Horsel, der städtische Grünflächenfachmann Jörg Pieconkowski und Harald Schwick als Vertreter der ausführenden Firma Lodenkemper ein Bild vom Fortschritt am Gewässer. „Wir haben hier den Vorteil, dass die nahen Freiflächen allesamt der Stadt Ahlen gehören. Das vereinfacht das Ganze“, so Schäfer. Die steinerne Solbefestigung der Werse, Relikt aus Zeiten der Flussbegradigung, ist bereits in weiten Teilen herausgebaggert worden und wird nun an anderer Stelle sinnvoll weiterverwendet, wie Harald Schwick berichtet. In Höhe der Dolberger Straße ist zudem ansatzweise sichtbar, wie der Werselauf künftig im leichten Bogen geführt wird, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu reduzieren und neue Lebensräume in Ufernähe zu schaffen. „Dort werden künftig Schilf und Wildpflanzen wachsen können. Das passiert von ganz alleine. Zusätzlich werden wir auch noch Totholz, zum Beispiel alte Wurzelstämme, einbauen“, erläutert Hans Schäfer.

Für die vielen Spaziergänger in diesem Bereich hat Jörg Pieconkowski noch eine wichtige Nachricht: „Der Weg entlang der Werse wird natürlich auf beiden Seiten erhalten, wenn auch im Bereich der umgestalteten Freifläche etwas verlegt.“

Rund 350 000 Euro kosten der zweite und dritte Bauabschnitt insgesamt. 80 Prozent davon stammen aus der Landesförderung, der Rest von der Stadt Ahlen.

von Von Christian Wolff

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