Wichtiger Baustein für das Ankommen


Im Integrations-Deutsch-Sprachkurs der VHS entstand die Idee, gemeinsam das Kunstmuseum zu besuchen. Eine Sonderführung brachte den Teilnehmenden die aktuelle Ausstellung „Fragile. Alles aus Glas“ näher.

Der Integrations-Deutsch-Sprachkurs der VHS wurde im Unterricht auf das Kunstmuseum aufmerksam. Mit dem Besuch der Ausstellung „Fragile“ wurde der Wunsch der Migranten umgesetzt. Ralf Steinhorst

Die Sprache ist das eine, um als Migrant an einem Ort anzukommen, das Kennenlernen der neuen Heimat ist das andere. Deshalb hat der Integrations-Deutsch-Sprachkurs der VHS jetzt die aktuelle Ausstellung „Fragile. Alles aus Glas“ im Kunstmuseum besucht.

Die Kursteilnehmer kommen aus den Ländern Irak, Iran, Marokko, Tunesien und vor allem aus der Ukraine. Der Kurs findet in der Woche an fünf Tagen mit je vier Unterrichtsstunden in der Paul-Gerhardt-Schule statt. Dort wurde auch das Thema „Meine Stadt“ mit Stadtplänen behandelt, wo dann auch das Wort „Museum“ ins Auge fiel. Daraufhin erzählte Sabine Knauer, eine der drei Dozentinnen des Kurses, dass es in Ahlen das Kunstmuseum gebe.

Im Gespräch entwickelte sich eine große Neugier und der Wunsch, mit einem Besuch des Kunstmuseums lebendige Eindrücke dieses Ortes einzufangen. Eva Padberg, künstlerische Leiterin des Kunstmuseums, ermöglichte dem Kurs daraufhin auf Nachfrage eine Sonderführung zu Sonderkonditionen im Museum.

„Ahlen ist für alle das neue Zuhause“, sah Sabine Knauer den Museumsbesuch als wichtigen Baustein für das Ankommen in der neuen Heimat an. Denn die Fußgängerzone und Geschäfte würden die Kursteilnehmer schon alle kennen, die Besonderheiten, die Ahlen ausmachen, aber noch nicht. Das Kunstmuseum gehöre eindeutig dazu.

Zudem sieht Sabine Knauer im Museumsbesuch einen guten Baustein in der Sprachförderung: „Beim Besuch der Ausstellung passiert ja auch Sprache.“ Dementsprechend führte Anna-Luise von Campe, Volontärin im Kunstmuseum, in deutscher Sprache durch die Ausstellung. Was für Sabine Knauer nicht problematisch war, denn die Kursteilnehmer verstehen Deutsch besser als sie es sprechen können.

Die Dozentin gewann dem Besuch noch einen weiteren positiven Aspekt ab. Die Kursteilnehmer hätten nämlich alle ein schweres Schicksal hinter sich: „Hier erleben sie auch einmal etwas Schönes.“

von Von Ralf Steinhorst

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