Wo liegt Ahlens Schlossallee?


Oststraße statt Schlossallee, Marienplatz statt Opernplatz: Von dem beliebten Gesellschaftsspiel „Monopoly“ soll es bald auch eine Ahlen-Edition geben.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger, WFG-Chef Jörg Hakenesch, „Mister Monopoly“, Spielwarenhändler Markus Schier und Projektleiter Lars Normann (v.r.) sind gespannt auf die Vorschläge der Ahlenerinnen und Ahlener für die lokale Ausgabe des Brettspielklassikers „Monopoly“. Peter Harke

Warendorf hat sie schon. Münster, Telgte und Beckum werden sie noch in diesem Jahr bekommen – eine eigene Lokalausgabe des beliebten Gesellschaftsspiels „Monopoly“. Für mehr als 30 Städte und Regionen in Deutschland, von der Nordseeinsel Föhr bis zum Starnberger See, gibt es eine solche City-Edition bereits.

Da dürfe doch auch seine Heimatstadt nicht fehlen, dachte sich der Ahlener Spielwarenhändler Markus Schier. Der Inhaber der „Rappelkiste“ ergriff vor einigen Monaten die Initiative, nahm Kontakt mit der ihm wohl bekannten Telgter Handelsagentur Nicolas Rose auf, die die Städte-Spiele in Lizenz auflegt und vertreibt. Bei deren Projektleiter Lars Normann rannte er mit seiner Idee offene Türen ein. Auch die Stadt und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) unterstützen das Vorhaben. Bürgermeister Dr. Alexander Berger und WFG-Geschäftsführer Jörg Hakenesch äußerten sich beim Pressetermin am Montag auf dem Rathausvorplatz gleichlautend begeistert: „Das wäre auf jeden Fall eine tolle Werbung für Ahlen.“

Warum der Konjunktiv? Weil das Spiel noch nicht fertig ist, sondern erst entwickelt werden soll, unter Mitwirkung der breiten Öffentlichkeit. Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, Vorschläge zu machen, welche Namen von realen Straßen, Plätzen und Sehenswürdigkeiten in der Wersestadt beim großen Immobilienpoker an die Stelle von Schlossallee oder Turmstraße treten und vor welche Aufgaben die Gemeinschafts- und Ereigniskarten die Mitspieler stellen sollen, um mit darüber zu entscheiden, wer am Ende steinreich wird und wer bankrott geht. Gefängnis, Bahnhof und Wasserwerk sind allerdings gesetzt, denn es gelten im Prinzip die gleichen Spielregeln wie bei der Originalversion, die die US-Amerikanerin Elizabeth Magie vor mehr als hundert Jahren unter dem Namen „The Landlord’s Game“ ersonnen hat.

Auch örtliche Unternehmen können sich beim „Ahlen-Monopoly“ mit ihren Liegenschaften als Spekulationsobjekte PR-wirksam einbringen, ge­gen einen Obo­lus versteht sich. Wobei Lars Normann betont: „Das soll kein Werbespiel werden.“ Aber man komme „mit einer Weltmarke nach Ahlen“, müsse die an den amerikanischen Spielwarenhersteller Hasbro zu entrichtende Lizenzgebühr refinanzieren. Das gehe nicht nur über den Ladenpreis, den Markus Schier mit 44,95 Eu­ro kalkuliert – fair, wie er findet, wenn man auch den Sammlerwert bedenke. Denn die Auflage soll voraussichtlich auf 5000 Stück begrenzt werden, einmalig, wie für ihn schon feststeht. Eine Nachproduktion werde es definitiv nicht geben.

Vom Konzept sind alle Beteiligten jedenfalls überzeugt. Bürgermeister Dr. Alexander Berger freut sich schon darauf, das „Ahlen-Monopoly“ mit seiner Familie zu spielen. Vorher aber muss er noch ein Foto von seinem Haus machen und an die Agentur schicken. Das bekommt er dann als Aufkleber zurück, für das weiße Feld auf dem Brett, das jeder Käufer individuell gestalten kann.

Bis zum Verkaufsstart werden aber noch ein paar Monate ins Land gehen. Markus Schier wünscht sich, „dass die Ahlener mit darauf hin fiebern“, und ist sehr gespannt auf ihre Beiträge. Vor allem auf die Beantwortung der Frage, wo in unserer Stadt die „wahre Schlossallee“ liegt.

Vorschläge für Straßennamen und Ereigniskarten können bis Mitte Dezember an die Mailadresse ahlen@cityedition.de geschickt werden.

von Von Peter Harke

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