AOK-Zahlen: Krätze im Kreis Warendorf auf dem Vormarsch


Die Krätze ist im Kreis Warendorf wieder auf dem Vormarsch. Das ergibt eine Auswertung der Krankenkasse AOK.

 Krätze (Skabies) ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten, so genannte Krätzmilben, ausgelöst wird. Foto:  AOK/hfr

Kreis Warendorf (gl) - Im Kreis Warendorf gab es auch im Jahr 2020 viele Krätze-Falle. Insgesamt 1330 Fälle wurden verzeichnet, ähnlich viele wie im Vorjahr (1331). Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Krankenkasse AOK Nord-West hervor.

Hautkrankheit mit Juckreiz

„Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten ausgelöst wird. Um sie schnell wieder loszuwerden, ist eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig“, erklärt AOK-Serviceregionsleiter Michael Faust. Lange Zeit schien Krätze (Skabies) vergessen zu sein, heißt es in einer Mittelung der Kasse. Doch die Zahlen belegten, dass die Erkrankung wieder auf dem Vormarsch sei.

Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Durch den starken Juckreiz ist die Haut oft mit blutigen Kratzspuren übersät. Die Symptome entstehen vor allem durch eine Hautentzündung. Denn wenn Krätzmilben die Haut besiedeln, wird die Haut geschädigt. Dadurch reagiert das Immunsystem und es kommt zu entzündlichen Prozessen mit den typischen Hautveränderungen.

Übertragung durch Milben

Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht schon aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun, wie die AOK hervorhebt. Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je mehr Krätzmilben sich auf der Hautfläche befinden. Direkt von Mensch zu Mensch ist die gewöhnliche Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Dementsprechend sind Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten mit gewöhnlicher Skabies ohne Risiko.

Ansteckung ist vielerorts möglich

Auch eine indirekte Übertragung über Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. So kann es auch in Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen oder in Alten- und Pflegeheimen zur Ansteckung kommen. Um Krätze schnell wieder loszuwerden, ist im Erkrankungsfall eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig, erläutert die Krankenkasse. Diese zielen vor allem darauf ab, die Milben mitsamt Larve und Eiern abzutöten.

Häufig duschen oder baden

„Hygiene und ein gestärktes Immunsystem spielen für den Verlauf eine große Rolle“, betont Faust. Häufiges Duschen oder Baden und ein guter Immunstatus erschweren die Vermehrung der Milben. Sinnvoll ist es, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Geht dies bei bestimmter Kleidung nicht, dann kann diese für mindestens zwei Stunden im Gefrierschrank bei mindestens Minus 25 Grad aufbewahrt werden. Nicht waschbares Spielzeug sollte zwei Wochen lang luftdicht verpackt werden. Außerdem sollten Polstermöbel und Matratzen täglich abgesaugt werden.

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