Betriebe im Kreis Warendorf suchen noch Auszubildende


Blick auf den Ausbildungsmarkt im heimischen Handwerk: Zahlreiche Betriebe haben noch nicht alle Lehrstellen besetzt.

Auch zum neuen Ausbildungsjahr bleibt die Zahl der neuen Lehrverträge im Handwerk stabil. „Aber da ist noch mehr drin“, meint die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und wirbt für die noch freien Lehrstellen. Unser Foto zeigt (v. l.) den Stellvertretenden Kreishandwerksmeister Thomas Scheiwe, Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann und KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner.

Kreis Warendorf (gl) - Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres zeigt sich der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) verhalten optimistisch, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Bereich der KH das Niveau des Vorjahres erreichen wird. „Aber da ist noch viel Luft nach oben“, meint Frank Tischner, der auch darauf hinweist, dass die Zahlen auf einer noch sehr unsicheren Basis stünden. „Jeden Tag erreichen uns noch neue Lehrverträge zur Eintragung in die sogenannte ‚Lehrlingsrolle‘, und dies wird auch nach dem 1. August noch so weitergehen. Verlässliche Zahlen haben wir in der Regel erst Ende September.“

Über die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es keinerlei verbindliche Angaben. „Da tappen wir im Dunkeln“, gesteht Tischner. „Ob und wem die Ausbildungsbetriebe die von ihnen angebotenen Lehrstellen melden, ist freiwillig – auch bei der Agentur für Arbeit.“ Aus vielen Gesprächen mit Mitgliedsunternehmen der Innungen haben Tischner und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft aber den begründeten Eindruck gewonnen, dass noch viele Lehrstellen unbesetzt seien. Auch bei der Schnellumfrage der KH zur Ausbildungssituation bei Innungsbetrieben teilten 60 Prozent der antwortenden Betriebe mit, dass noch nicht alle Ausbildungsplätze in ihrem Unternehmen besetzt werden konnten. Als Hauptgründe nannten sie vor allem fehlende Bewerbungen oder die fehlende Eignung der Jugendlichen.

Zug noch nicht abgefahren

„Der Bedarf der Unternehmen an Nachwuchskräfte und das Angebot an zukunftsträchtigen Ausbildungsstellen beim Handwerk sind vorhanden“, erklärt Frank Tischner. „Das müssen wir vom Handwerk den Jugendlichen, aber auch deren Eltern und Lehrern noch besser vermitteln, damit der jetzt schon bestehende Fachkräftebedarf nicht Lebensstandard und -qualität unserer Region bedroht.“ Für alle unentschlossenen Jugendlichen gibt der Hauptgeschäftsführer den Tipp, jetzt noch beim Handwerk den Start in die berufliche Karriere zu versuchen. „Auch am 1. August ist der Zug für dieses Ausbildungsjahr noch nicht abgefahren.“

www.ausbildung-handwerk.net

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.