BUND Kreis Warendorf mit Tipps zum tiergerechten Garten


Der aufgeräumte, wintergerechte Garten ist nicht ideal für Tiere. Der BUND Kreis Warendorf schlägt vor, deren Belange zu berücksichtigen.

Eine verblühte Staude bietet Insekten einen herbstlichen Unterschlupf. Foto: Harry Wagner

Kreis Warendorf (gl) - Im Herbst machen viele Gärtner ihren Garten winterfest. Dabei verschwinden mit vertrockneten Pflanzen, Laub und Reisig allerdings auch die Winterquartiere vieler Tiere.

Abstriche bei der Optik zugunsten der Tiere

Die Kreisgruppe Warendorf des Bundes für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BUND) ruft daher dazu auf, zugunsten der tierischen Gäste ein paar Abstriche bei der gewohnten Optik zu machen. Die traditionelle große Aufräumaktion an den letzten schönen Tagen eines Jahres sollte nicht dazu genutzt werden um alles, was nicht mehr schön aussieht, zurückzuschneiden, zusammenzurechen und aus dem Garten zu entfernen. „Das sieht dann zwar ordentlich aus, bietet Tieren aber keinen Unterschlupf mehr für den Winter“, betont der BUND.

Was noch blüht, sollte unbedingt stehenbleiben

Was jetzt noch blühe, wie beispielsweise Herbstaster oder Silberkerzen, solle man unbedingt stehen lassen. Denn gerade jetzt freuten sich bei gutem Wetter Bienen und Hummeln über das späte Nahrungsangebot.

Auch Verwelktes hat viel zu bieten

Doch auch verwelkte Pflanzen haben der Tierwelt viel zu bieten: Die Hohlräume in vertrockneten Stängeln dienen Spinnen und Insekten als Winterquartier. Auf Blättern und in Blüten suchen sich Schnecken und Marienkäfer ein trockenes Plätzchen. Samen, beispielsweise die der Sonnenblume, aber auch die von weniger imposanten Kräutern, wie Oregano oder Basilikum, dienen Körnerfressern wie Meisen als willkommener Snack in der kalten Jahreszeit. Wer seine Bäume und Sträucher zurückschneidet, kann sich die Fahrt auf den Wertstoffhof sparen.

Blätter und Zweige als warmes Winterquartier

In einer Gartenecke aufgeschichtet, bieten Blätter und Zweige ein warmes Winterquartier nicht nur für Igel, sondern auch für Amphibien und zahlreiche Kleintiere. „Wer jetzt im Garten aktiv ist, sollte vorsichtig sein, dass er keine Tiere stört, die sich bereits für den Winter zurückgezogen haben“, bittet der Bund für Natur- und Umweltschutz. Laubansammlungen unter Hecken, hinter Holzstapeln oder unter der Treppe sollten am besten erst einmal da bleiben, wo sie sind.

Blattwerk hilft Pflanzen über den Winter

Ansonsten lässt sich das bunte Blattwerk dazu nutzen, um Pflanzen über den Winter zu helfen. Durch eine isolierende Laubschicht auf den Beeten werden die Knollen in der Erde vor dem Erfrieren geschützt. Stauden kann man mit einem Drahtgeflecht ummanteln und darin das Laub luftig aufschichten. Ganz nebenbei können sich dann die Bodenlebewesen an den Blättern gütlich tun und den Boden so mit Nährstoffen für die nächste Gartensaison versorgen.

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