Glücksspiel wird im Kreis Warendorf schon früh verboten


Kreis Warendorf (hjk) -  Glücksspielautomaten haben Spieler oft genug  ins Unglück gestürzt, deshalb gab es im Kreis schon Anfang des 20. Jahrhunderts Verbote.

Das schnelle Geld ist am Spielautomaten nur selten zu machen. Glücksspielsucht war schon Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt. Im Kreis Warendorf versuchte man, den Automatenbetrieb einzudämmen.

Der erste Geldspielautomat, die sogenannte „Black Cat“, wurde 1889 von den Brüdern Caille entwickelt. 

„Einarmiger Bandit“ macht den Anfang

Man setzte mit einer Münze auf eine der zur Auswahl stehenden Farben. Durch Betätigung eines Hebels, welcher dem Automaten schnell den Beinamen „Einarmiger Bandit“ einbrachte, rotierten die Farben auf ihrer Platte. Der Spieler gewann, wenn die vorher ausgewählte Farbe getroffen wurde. 

In den nächsten zwei Jahrzehnten entwickelten sich aus diesem recht einfachen Spielprinzip viele Variationen von Geldspielautomaten. Der vermutlich erste in Deutschland hergestellte Geldspielautomat war der Würfelautomat „Fortuna“ aus dem Jahr 1894. 

1903 wird erste deutsche Firma gegründet

Mit Gründung von „Max Jentzsch & Meer“ 1903 entstand die erste deutsche Firma, die ausschließlich Spielautomaten herstellte, zuvor waren diese eher ein Nebenprodukt der Musikautomaten. Da zu dieser Zeit Glücksspiel verboten war, mussten die hergestellten Automaten jedoch als Geschicklichkeitsspiele gelten. 

Automaten, die dieser Kategorisierung nicht entsprachen, wurden verboten und das Betreiben dieser unter Strafe gestellt. Ausgeschlossen von der Benutzung der Automaten waren jugendliche und „willensschwache“ Personen und insbesondere bei Geschicklichkeitsautomaten Personen, die als äußerst ungeschickt beschrieben wurden. 

Regierungspräsident erklärt Spielautomat zu Glücksspiel

Besonders Jugendliche und Erwerbslose wurden häufig als durch Geldspielautomaten gefährdet benannt. 1935 wurden schließlich mit Ausnahme von wenigen Modellen alle Geldspielautomaten verboten. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch im ländlichen Münsterland waren Glücksspielautomaten schon 1908 ein Thema, wie die Auszüge einer Akte aus Oelde im Kreisarchiv Warendorf zeigen. 

Dort ging am 30. Mai 1908 eine Anweisung des Regierungspräsidenten Münster an den Landrat die Mitteilung ein, dass der Spielautomat „Imperator“ (Hebelautomat) zu einem Glücksspiel erklärt worden sei: „Indem ich dieses zur Beachtung mitteile, ersuche ich, dem Unwesen Spielautomaten Ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden.“ Anmerkung: „Abdrücke für die Polizeiverwalter und die Gendarme liegen bei.“

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