Kreis Warendorf: Mit Behinderung in eigener Wohnung


Im Kreis Warendorf leben immer mehr Menschen mit erheblichen Behinderungen in ihren eigenen vier Wänden. Die Zahl steigt stetig.

Mutter Karin van Eyk, Tochter Hannah van Eyk und Betreuerin Svea-Maria Hielscher (v. l.) arbeiten eng zusammen. Foto: LWL

Kreis Warendorf (gl) - Immer mehr Menschen mit erheblichen Behinderungen leben in ihren eigenen vier Wänden. Im Kreis Warendorf ermöglichte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 1054 Menschen im Jahr 2020, allein oder mit anderen in der eigenen Wohnung zu leben. Fünf Jahre zuvor waren es 765 Menschen. 

62 Prozent erreicht

„In Westfalen-Lippe lebten im Jahr 2020 rund 62 Prozent der insgesamt 57 000 Menschen mit wesentlichen Behinderungen in einer eigenen Wohnung. Fünf Jahre vorher waren es nur 56 Prozent, die außerhalb der sogenannten besonderen Wohnformen, also Heimen, lebten“, sagte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb, in Münster. Die „Ambulantisierungsquote“ im Kreis Warendorf lag 2020 bei 56 Prozent, 2015 waren es nur 48 Prozent. 

Wichtiger Schlüssel

Löb weiter: „Ein wichtiger Schlüssel für eine inklusive Gesellschaft sind selbstverständliche Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderungen. Das gelingt aber nur dann, wenn auch Menschen mit schwereren Beeinträchtigungen mitten im Dorf oder im Stadtteil in ihrer Wohnung leben können.“ 

LWL-Sozialdezernent Matthias Münning erklärt: „Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch die Art, wie jemand wohnt. Das wollen wir den Menschen mit wesentlichen Behinderungen nicht vorschreiben. Sie sollen möglichst selbst entscheiden, wo und mit wem sie leben möchten.“ 

Ambulantisierungsquote im Blick

Der LWL unterstütze die Menschen dabei, diese Forderung aus der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und die sogenannte Ambulantisierungsquote weiter zu steigern.

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