Landfrauen im Kreis nehmen Pflegesituation in den Blick


Die Landfrauen im Kreis Warendorf reden mit: Sie fordern, die Pflegesituation im Kreis Warendorf zu verbessern.

Goldene Meisterinnenbriefe von Andreas Westermann für Sophia Wendt und Margret Schulze Othmerding, Margret Möllmann (v.l.) gratuliert

Kreis Warendorf (pes) - Was bewirkt weiblicher Einfluss im Bauernverband? Wie ist die Pflegesituation im ländlichen Raum? Und wie die Lage der landwirtschaftlichen Unternehmerinnen? Das sind nur ein paar der Fragen, mit denen sich die Jahresversammlung der Landfrauen in der Ahlener Stadthalle am Samstag beschäftigt hat.

Mehr Einfluss der Frauen im Verband

Margret Möllmann, die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbands Warendorf, begrüßte die rund 240 Teilnehmerinnen zur ersten Jahresversammlung seit zwei Jahren. Sie nahm sich gleich die unzureichende Pflegesituation im Kreis Warendorf vor. „Es darf nicht sein, dass Familien gerade in abgelegeneren Regionen vom Pflegedienst praktisch abgekoppelt werden“, mahnte die Kreischefin und forderte die Politik auf, sich für eine verbesserte Versorgung dieser Pflegebedürftigen einzusetzen.

„Was macht der weibliche Einfluss auf die Männerdomäne des Deutschen Bauernverbandes?“, fragte Susanne Schulze Bockeloh. Sie ist die neue Vizepräsidentin des Deutschen Bauernverbands. Zum ersten Mal in der Geschichte des Verbands ist eine Frau auf dieser Position vertreten. „Der Verband wird jünger und weiblicher“, stellte Susanne Schulze Bokeloh fest.

Goldene Meisterbriefe verliehen

Damit bringen sie weibliches Verständnis und Sichtweisen in die Diskussionen ein. „Das Netzwerken ist hier ein wichtiger Bestandteil der konstruktiven Zusammenarbeit“, stellte die Vizepräsidentin klar.

Renate Mehring und Gertrud Vornholt-Wickensack moderierten die Talkrunde mit dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Ahlen, Serhat Ulusoy, dem Landrat Dr. Olaf Gericke, der Präsidentin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbands, Regina Selhorst, und Andreas Westermann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Westermann hatte auch die Goldenen Meisterinnenbriefe für Ländliche Hauswirtschaft dabei. Er übergab sie an Sophia Wendt aus Oelde und die Rinkeroderin Margret Schulze Othmerding.

„Konflikte gehören zum Alltag dazu“

Den Fachvortrag des Tages hielt Professorin Dr. Doris Krumpholz von der Hochschule Düsseldorf. Ihr Fachgebiet ist die Psychologie. Sie redete über die Auseinandersetzungen. „Sie gehören einfach zum Alltag dazu, sind jedoch oft von Konflikten geprägt mit manipulativen Verhaltensweisen und unangenehmen Gefühlen und Vorwürfen“, erklärte die Professorin in ihrem Vortrag.

Dazu stellte sie ein psychologisches Modell zur Analyse von Konfliktverhalten vor. Dieses kann helfen, sich selbst und andere in Konflikten besser zu verstehen und sich zielgerichteter und fairer zu verhalten. Sie zeigte, wie wichtig die Fähigkeit zum Nein-Sagen ist, um sich abzugrenzen, die eigene Positionen klarzulegen und im Umgang mit Provokationen wichtige Verhaltensweisen für eine konstruktive Auseinandersetzung mit anderen zu finden.

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