Mehr Wohnungen durch Umbau und Dachaufstockung im Kreis


Der Kreis Warendorf wohnt auf 13,8 Millionen Quadratmetern. Die IG BAU appelliert bei den Mieten Maß zu halten und auf Umbau zu setzen.

Im Kreis Warendorf gibt es 130.500 Wohnungen. 24.200 Wohnungen haben sieben oder sogar mehr Räume, teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit.

Kreis Warendorf (gl) - Der Kreis Warendorf wohnt auf insgesamt rund 13,8 Millionen Quadratmetern. Die verteilen sich im Kreis auf 130.500 Wohnungen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) mit. Die IG BAU beruft sich dabei auf aktuelle Daten zum Wohnungsbestand vom Statistischen Bundesamt, die vom Pestel-Institut für die IG Bau analysiert wurden.

Auf Steigerungen weitgehend verzichten

Demnach haben rund 24.200 Wohnungen im Kreis Warendorf sieben oder sogar mehr Räume. „Wer so eine große Wohnung hat, die ihm auch noch gehört, hat eine Sorge nicht: die Angst vor steigenden Mieten“, sagt Friedhelm Kreft. Der Vorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd warnt die Immobilienwirtschaft davor, die Mietenspirale weiter nach oben zu drehen und damit die Inflation zusätzlich anzuheizen.

Kreft fordert Privatvermieter genauso wie Wohnungsgesellschaften auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Dies bedeute, bei den Mieten Maß zu halten und auf Steigerungen weitgehend zu verzichten. „Gerade jetzt geht es darum, eines für den Wohnungsmarkt klar auszusprechen: Es ist ungehörig, die Zitrone weiter auszupressen. Ein Großteil der Haushalte wird durch die Kostenexplosion bei den Heizkosten ohnehin schon finanziell in die Knie gezwungen“, so Kreft.

Umbau braucht deutlich weniger Material

Darüber hinaus warnt die IG BAU vor einer „Lähmungsphase beim Wohnungsbau“. Angesichts der aktuell schwierigeren Neubaubedingungen – hier vor allem Materialengpässe, steigende Materialpreise, hohe Baulandpreise und anziehende Bauzinsen – sei es nötig, nach alternativen Wegen zu suchen. „Was wir jetzt brauchen, ist Flexibilität: Die Schaffung von neuem Wohnraum muss der Situation angepasst werden“, sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Kreft.

Vor allem Wohnungsbaugesellschaften seien jetzt gefordert, Bauvorhaben umzudenken: „Wenn der Neubau nicht realisierbar erscheint, bietet gerade das Umbauen von vorhandenen Nicht-Wohngebäuden zu Wohnungen große Chancen. Der Umbau braucht deutlich weniger Material. Etwa durch den Umbau von Büros, die durch das Etablieren vom Homeoffice weniger gebraucht würden, könnten neue Wohnungen entstehen. „Und das deutlich kostengünstiger als im Neubau“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Dachaufstockung günstiger als Neubau

Darüber hinaus biete die Dachaufstockung bei Wohnhäusern, die in der Nachkriegszeit bis zum Ende der 1990er-Jahre gebaut wurden, Potential: „Viele neue Wohnungen sind allein hier durch On-Top-Etagen möglich – und ebenfalls günstiger als jeder Neubau“, sagt Friedhelm Kreft.

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