Norovirus: Anstieg bei Infektionen im Kreis Warendorf


Die Norovirus-Infektionszahlen sind im Kreis Warendorf aktuell wieder angestiegen und haben in etwa das Niveau von 2019 erreicht.

Achtung, das Norovirus breitet sich im Kreis Warendorf wieder schneller aus: Da es keine Impfung gegen Noroviren gibt, sollten unbedingt die Hygiene-Regeln beachtet werden. Foto: AOK/hfr

Kreis Warendorf (gl) - Nach einem deutlichen Rückgang aufgrund der verstärkten Hygieneregeln im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurden seit Mitte Oktober 2021 wieder steigende Infektionszahlen mit dem Norovirus gemeldet. Das teilt die Krankenkasse AOK Nordwest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit.

78 Fälle in zehn Wochen

Danach wurden im Kreis Warendorf von Mitte Oktober (41. Kalenderwoche) bis Mitte Dezember (50. Kalenderwoche) insgesamt 78 Infektionsfälle gemeldet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahrs gab es keine Fälle und im Vergleichszeitraum 2019 insgesamt 53 Fälle.

„Die Corona-Pandemie hatte spürbare Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen. Der Lockdown im Frühjahr 2020 und vor allem Ende des vergangenen Jahres sowie die strengen Hygienemaßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus hatten einen positiven Nebeneffekt und ließen die Infektionszahlen deutlich purzeln“, erklärt AOK-Serviceregionsleiter Michael Faust. „Mit den Lockerungen der Maßnahmen und den flächendeckenden Öffnungen von Schulen und Kitas sowie vielen öffentlichen Einrichtungen und Freizeitangeboten nach den Sommerferien hat sich die Situation nun wieder deutlich verändert.“

Ausbreitung dort, wo viele Menschen sind

Noroviren können sich laut AOK immer dort schnell ausbreiten, wo viele Menschen zusammen sind, wie beispielsweise in Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen. „Da es keine Impfung gegen Noroviren gibt, ist es umso wichtiger, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können“, sagt Faust. Noroviren sind für einen Großteil der nicht-bakteriellen Durchfallerkrankungen verantwortlich.

Kurz und heftig

Die Infektion verläuft in der Regel kurz und heftig: Sie beginnt plötzlich mit schwallartigem Erbrechen oder starkem Durchfall. Betroffene fühlen sich schwach und matt, haben oft Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich leichtes Fieber. Dann heißt es: Bettruhe einhalten, viel trinken und sich mit Schonkost begnügen. Damit ist die Infektion nach ein bis zwei Tagen meistens überstanden. Kinder und Senioren können bei länger anhaltenden Durchfällen Kreislaufprobleme bekommen, weil sie über geringere Flüssigkeitsreserven verfügen.

Übertragung von Mensch zu Mensch

Die Viren werden hauptsächlich über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch oder verunreinigte Gegenstände übertragen. Die Erreger können auch über die Luft durch kleine Tröpfchen übertragen werden. Um niemanden anzustecken, sollten die Betroffenen deshalb bis zwei Tage nach Abklingen der Symptome möglichst abgeschirmt bleiben. Das heißt, Kontakte mit anderen Menschen auf ein Minimum reduzieren, eigene Handtücher und Hygieneartikel nutzen, wenn möglich auch eine eigene Toilette. Und: Kein Essen für andere zubereiten, weil die Erreger auch an Lebensmitteln haften bleiben können.

Hände waschen schützt

Auch auf Türklinken, Toilettensitzen, Treppengeländern, Handtüchern, Wasserhähnen und sogar Kleidungsstücken bleiben sie viele Tage lang infektiös. Eine grundlegende Hygienemaßnahme ist, sich die Hände immer wieder zwischendurch gründlich mit Seife zu waschen und ein wirksames Desinfektionsmittel gegen Noroviren zu verwenden.

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