Rekordtief bei den Bedarfsgemeinschaften im Kreis


Kreis Warendorf/Ennigerloh (hh) - „Wir haben einen Rückgang von Bedarfsgemeinschaften“, sagte Dr. Ansgar Seidel, Leiter des Jobcenters.

Ortstermin in Ennigerloh: Die Kreistags-Mitglieder des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Gleichstellung haben nach ihrer Sitzung in der Alten Brennerei Schwake die neuen Räume des Jobcenters an der Clemens-August-Straße besichtigt. Foto: Hübl

„Wir verzeichnen ein Rekordtief“, fügte er in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Wirtschaft und Gleichstellung hinzu. „Das ist eine Entwicklung, die uns freut.“ 

Arbeitslosenquote sinkt auf 4,7 Prozent

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, die nach dem Sozialgesetzbuch Leistungen zur Eingliederung in Arbeit und zur Sicherung des Lebensunterhalts (SGB II) beziehen, sei bis August 2021 im Vergleich zu 2017 um 1467 zurückgegangen. 

Und auch die Arbeitslosenquote sei von 5,6 Prozent im August des vergangenen Jahres auf 4,7 Prozent im August 2021 gesunken. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen beträgt die Quote 7,3, im Bund 5,6 Prozent. 

Zahl der Ausbildungsplätze steigt

Zahlen, die die Ausschussmitglieder in der Alten Brennerei Ennigerloh wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Und auch die Integrationsquote von 24,7 Prozent liegt im Kreisgebiet höher als im Land (19,0) und im Bund (20,06). 

Aktuell stehen den 178 Leistungsbeziehern 413 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Damit könne jeder Bewerber rein rechnerisch unter 2,32 freien Stellen wählen, erklärte Seidel. Im Oktober des Vorjahres lag der Wert noch bei 0,98. 

Individuelle Hilfe zur Selbsthilfe 

Dr. Matthias Peilert, Teamleiter Werkcampus, erläuterte den Ausschussmitgliedern sein Tätigkeitsfeld. Hauptziel des Werkcampus, der sich komplett aus Bundesmitteln finanziert, sei die zielgerichtete und individuelle Unterstützung der Teilnehmer mit dem Fokus auf berufliche Integration und Hilfe zur Selbsthilfe, betont Peilert. 

Dazu habe das Team des Werkcampus ein niederschwelliges Angebot entwickelt, das Hilfe bei der Suche nach Ausbildungsplätzen ebenso beinhaltete wie Teilnehmer in Beschäftigung zu bringen. Dazu biete diese Maßnahme schnelle Hilfe für Einzelne oder Gruppen an. 

„Wir wollen Menschen, die aus verschiedenen Gründen für das Jobcenter nicht mehr erreichbar sind, motivieren“, erklärte Peilert. „Diese Aufgabe gehen wir flexibel an.“

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.