Volksbank eG wächst auch im zweiten Corona-Jahr


Zufriedenstellendes Ergebnis in schwierigen Zeiten: So bilanziert die im Kreis Warendorf tätige Volksbank eG das Jahr 2021.

Freuen sich über eine gute Bilanz und ein erfolgreiches Jahr 2021: (v. l.) die Volksbank-Vorstände Thomas Schmidt, Martin Weber und Norbert Eickholt. Foto: Volksbank eG

Kreis Warendorf (gl) - Für die in Warendorf ansässige Volksbank eG fällt die vorläufige Bilanz des Jahres 2021 positiv aus. Das zweite Corona-Jahr brachte weiteres Wachstum. Sowohl die Bilanzsumme als auch die Kundeneinlagen stiegen an, wie die Bank am Freitag mitteilte. Besonders starkes Wachstum verzeichnete die Genossenschaftsbank bei den Kundenkrediten.

Geschäftsmodell auf stabiler Basis

Die Bilanzsumme stieg um 3,3 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro an (Vorjahr 2,56 Milliarden), und die Kundeneinlagen kletterten um 1,9 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro (Vorjahr 1,89 Milliarden). „In Zeiten wie diesen zeigt sich, dass das Geschäftsmodell der Volksbank auf einem stabilen Fundament steht und Kunden und vor allem Mitgliedern Vorteile bietet. Wir verstehen uns als verlässlicher Partner, sowohl von Privat- als auch von Firmenkunden, für die wir ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner in allen Finanzfragen sein wollen“, erklärt Vorstand Norbert Eickholt.

Überdurchschnittlich gut fiel das Kreditwachstum im zweiten Corona-Jahr aus. Die Nachfrage bei Kundenkrediten stieg um 11,4 Prozent auf 1,88 Milliarden Euro. Das Wachstum lag bei vier Prozent. Zusammen mit ihren genossenschaftlichen Verbundpartnern betreute die Volksbank zum Jahresende ein Kundenkreditvolumen von etwa 2,44 Milliarden Euro.

Jahresüberschuss von 3,6 Millionen Euro

Die Bank hat nach eigenen Angaben einen Jahresüberschuss in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro erwirtschaftet. „Mit diesem Ergebnis sind wir trotz der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden“, erklärt Eickholt. Auch die Zahlen im Bereich Firmenkunden haben sich 2021 positiv entwickelt. „Die regionale Wirtschaft hat sich im zweiten Corona-Jahr trotz Pandemie und Lieferengpässen als robust erwiesen, die Nachfrage überstieg in vielen Branchen das Angebot“, sagt Volksbank-Vorstand Martin Weber.

„Praktisch keine Kreditausfälle“

Besonders hätten Handwerker und der Online-Handel profitiert. „Wir konnten praktisch keine Kreditausfälle der Bank feststellen“, erläutert Weber.

Wie schon in Vorjahren hat sich erneut das Baufinanzierungsgeschäft der Volksbank „sehr erfreulich“ entwickelt. Die Kreditneuzusagen für Baufinanzierungen konnten gegenüber 2020 um etwa 20 Prozent von 179 Millionen Euro auf 214 Millionen Euro gesteigert werden. „Die Nachfrage nach Baufinanzierung bleibt ungebrochen auf einem sehr hohen Niveau“, sagt Weber. Die Steigerung der Kreditvergaben sei in erster Linie auf die erhöhte Nachfrage nach Baufinanzierung als auch auf die erhöhten Immobilienpreise zurückzuführen.

Derweil hat sich der Trend der Digitalisierung im Kundenverhalten weiter beschleunigt, wie die Volksbank eG weiter mitteilt. „Online-Banking ist mittlerweile in den meisten Altersgruppen unserer Kunden zum Standard geworden“, sagt Vorstand Martin Weber.

Weniger Frequenz in den Filialen

Gleichzeitig ist die Frequenz in den Filialen weiter zurückgegangen. Die Genossenschaftsbank reagiert darauf, indem sie an einigen Standorten Kooperationen mit der Sparkasse Münsterland Ost eingegangen ist. Beide Banken teilen sich Räumlichkeiten und können ihre Dienste damit wirtschaftlich anbieten. „Wir denken, dass wir damit eine gute Balance aus Nähe und Wirtschaftlichkeit gefunden haben“, erklärt Norbert Eickholt. Mit dem neu eingerichteten Medialen Beratungscenter seien die digitalen Kontaktmöglichkeiten noch einmal ausgebaut.

Hoher Kostendruck

Die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und neue regulatorische Bestimmungen bedeuteten weiterhin einen hohen Kostendruck und machten Strukturveränderungen unausweichlich, um die Leistungsfähigkeit der Bank zu sichern und bedarfsgerecht anzupassen, erklärt die Bank.

Als regionale Bank setzt sich die Volksbank nach eigenen Angaben für die Menschen in der Region ein. Dazu hat sie 2021 Spenden aus Gewinnsparzweckerträgen in Höhe von rund 340.000 Euro an gemeinnützige Vereine und Organisationen im Geschäftsgebiet ausbezahlt. Zudem sind im vergangenen Jahr über die Plattform „Viele schaffen mehr“ die ersten Crowdfunding-Projekte erfolgreich zu Ende gegangen.

57.000 Mitglieder

2022 steht das Thema Mitgliedschaft im Mittelpunkt der Volksbank. Die Bank gehört den etwa 57.000 Mitgliedern, die Anteile an der Genossenschaft halten und damit über die Vertreterversammlung über den strategischen Kurs und die Dividende entscheiden. „Dieses einzigartige Modell wollen wir in diesem Jahr noch bekannter machen und die attraktiven Vorteile stärker hervorstellen“, sagt Vorstand Eickholt. Los geht es mit einer Baumpflanzaktion, bei der für jedes neue Mitglied ein Baum in der Region gesetzt wird.

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