Wasserentnahme aus der Ems im Kreis Warendorf untersagt


Wegen der Dürre darf kein Wasser aus der Ems entnommen werden, teilt die Bezirksregierung Münster mit. Das betrifft vor allem Landwirte.

Wenig Wasser führt derzeit die Ems. Nachdem Nachbarkreise schon untersagt haben, dass Wasser aus dem Fluss entnommen werden darf, gilt diese Verfügung nun auch für den Kreis Warendorf. Foto: Ackfeld

Kreis Warendorf/ Münster (gl). Die Bezirksregierung Münster hat per Allgemeinverfügung die Entnahme von Wasser mittels mechanischer oder elektrischer Pump- und/oder Saugvorrichtungen oder fahrbarer Behältnisse aus der Ems in den Gebieten des Kreises Warendorf untersagt. Auch der Kreis Steinfurt ist betroffen.

Unkontrollierte Wasserentnahmen nun in ganz NRW untersagt

Das Verbot der normalerweise erlaubnisfreien Gemein-, Eigentümer- und Anliegerentnahmen an der Ems gilt bis zum 30. September 2022. Davon betroffen dürften vor allem Landwirte sein, die mit dem Wasser Felder bewässern. Für den ostwestfälischen Verlauf der Ems hat die Bezirksregierung Detmold ebenfalls eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, so dass unkontrollierte Wasserentnahmen aus der Ems nun in ganz NRW untersagt sind.

Grund des Entnahmeverbots ist die seit Monaten anhaltende Trockenheit, aufgrund derer sich in der Ems auch im Kreis Warendorf niedrige Wasserstände eingestellt haben. Die Lebensräume für Fische, Kleinstlebewesen und Pflanzen werden dadurch immer weiter eingeschränkt. Weitere Wasserentnahmen mittels mechanischer oder elektrischer Pump- und/oder Saugvorrichtungen oder fahrbarer Behältnisse würden die Stresssituation für das Gewässer weiter verschlimmern und die Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren in der Ems nachhaltig zerstören.

Pegelstände sinken wohl weiter

Die Gewässer-Experten der Bezirksregierung gehen davon aus, dass die Pegelstände der Ems zunächst weiter niedrig bleiben beziehungsweise weiter sinken werden. Lang andauernde Niederschläge, die die Situation grundlegend verbessern könnten, sind nicht in Sicht. Die Sommergewitter, die üblicherweise unsere Hitzeperioden beenden oder unterbrechen, führen allenfalls regional zu einer kurzzeitigen Entlastung.

Mit einem Mittelwert der Ems-Wasserstände am Pegel Greven der Sommermonate Juni und Juli 2022 von 89 Zentimetern wurde das langjährige Mittel dieser Monate (Zeitreihe 1981-2021) von 157 Zentimetern weit unterschritten. Der bisherige Niedrigwasserstand in diesem Sommer lag bei 62 Zentimetern (Stand 20. Juli 2022).

Niedrigwasserstände bereits früh im Jahr

Im Vergleich zu den langjährigen Beobachtungen falle besonders auf, dass diese niedrigen Werte bereits sehr früh im Jahr aufträten. Normalerweise seien die Niedrigwasserstände der Ems Ende August, Anfang September zu erwarten, so die Experten des Dezernats für Wasserwirtschaft der Bezirksregierung Münster.

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