Beckum: Zeichen in Orange gegen Gewalt an Frauen


Am 25. November ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“. Was liegt also näher, als an diesem Tag ein Zeichen zu setzen?

Rufen zum Protest gegen Gewalt an Frauen auf: (v. l.) Gleichstellungsbauftragte Monika Björklund, Angelika Bohlen, Birgit Bals-Teckentrup, Anla Bröskamp (Boutique „Die2“) und Johanna Kettlack. Foto: Clauser

Beckum (gl) - Der 25. November ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“. Wie jedes Jahr finden um dieses Datum herum weltweit Aktionen statt, die auf diesen Tag und die Bedeutung hinweisen. 

Engagement vor Ort

UN Women haben mit der Aktion „Orange the World“ den Zeitraum ab Donnerstag bis zum „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember ausgewiesen um in dieser Zeit auf das Thema weltweit hinzuweisen. Der Aktion von UN Women haben sich in einer Kooperation die Frauenberatungsstelle und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt angeschlossen. In diesem Jahr wird die Plakataktion des Vorjahres fortgesetzt, wie die Organisatorinnen berichten. 

Geschäfte machen mit

In vielen Beckumer Geschäften sind die Plakate ausgehangen. Auf ihnen findet sich ein QR-Code hinter dem sich die wichtigen Hilfe-Rufnummern befinden. Unterstützt wird die Bekanntmachung der Kontaktdaten der Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser im Kreis Warendorf durch den Eiskratzer „Eiskalt gegen Gewalt“. Der wird kostenlos unter anderem in einigen Geschäften und auch im Rathaus Beckum und Neubeckum verteilt, wie Gleichstellungsbauftragte Monika Björklund erklärt. Johanna Kettlack von der Frauenberatungsstelle in Beckum weist in diesem Zusammenhang auch auf die Wohnungsnot hin, die auf Frauen zukommt, wenn sie sich getrennt haben. „Nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus und im Trennungsfall rutschen die betroffenen Frauen in den Bezug von Sozialhilfeleistungen“, berichtet sie. Das bedeute zum einen strenge Vorgaben zur Wohnungsgröße und zulässigen Kosten. 

In dem knappen Angebot von Wohnraum erschwerten diese Vorgaben es zusätzlich, passenden Wohnraum zu finden. Sie weist ferner darauf hin, dass alleinstehende Frauen oftmals kaum einen Platz in einem Frauenhaus bekommen. 

Zuwachs an sexualisierter Gewalt

Die Erfahrung in der Arbeit in der Frauenberatungsstelle weist laut Kettlack auch einen Zuwachs an sexualisierter Gewalt auf. Es gelte auch Kinder aus Familien mit Gewalterfahrung mehr in den Fokus zu nehmen um sie in den aktuellen Situationen zu stützen und ihnen helfend zur Seite zu stehen, um die Erfahrungen gut aufzuarbeiten. Ein Augenmerk ist hier sicherlich im Bereich des Umgangsrecht zu legen. In besonders strittigen Verfahren muss der Schutz des Kindes unter allen Umständen sichergestellt werden.

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