Beckums neuer VHS-Chef Dr. Jürgen Rauter im Porträt



Jetzt gilt´s: Dr Jürgen Rauter hat am Freitag offiziell das Ruder bei der VHS-Beckum-Wadersloh übernommen. „Die Glocke“ hat ihn getroffen.

Beckum (scl) - Als Südtiroler ist Dr. Jürgen Rauter sozusagen von Geburt an Kosmopolit. „Ich bin italienischer Staatsbürger und deutscher Muttersprachler“, sagt der neue Chef der VHS Beckum-Wadersloh. Und er unterstreicht: „Ich fühle mich als Europäer.“

Ganze  Reihe beruflicher Stationen

Den es nach einer ganzen Reihe beruflicher Stationen und unterschiedlichen Tätigkeiten ins westfälische Beckum verschlagen hat. An seinem ersten Tag als Alleinverantwortlicher in der interkommunalen Erwachsenenbildungsstätte erklärt der 51-Jährige der „Glocke“, warum ausgerechnet dieser Job der passende für ihn ist.

Wissensvermittlung in die Wiege gelegt

Bildung und Bücher waren ihm von Kindesbeinen an wichtig, das Vermitteln von Wissen wurde ihm von seiner Mutter - einer Lehrerin - sozusagen in die Wiege gelegt. Rauter, der Berufserfahrung in der Softwareentwicklung sowie im Qualitätsmanagement an zwei Hochschulen vorweisen kann, drängt es nun, in unmittelbarem Kontakt mit Menschen zu arbeiten. Erste Erfahrungen in der VHS-Welt sammelte im rheinländischen Kaarst. „Eine spannende Herausforderung“, fand Rauter und zögerte später nicht, sich auf die vakante Stelle in Beckum zu bewerben. „Ich hatte im Gefühl, das könnte genau mein Ding sein“, erkannte er. 

Neuer Wohnsitz ist Lippstadt

Dafür gibt er nicht nur seine Tätigkeit bei der Fernuni IU Internationale Hochschule in Bayern auf, sondern auch den Wohnsitz Berchtesgaden. Nach einigen Wochen in Beckum ist der VHS-Chef mit seiner Frau und dem jüngeren Sohn zunächst nach Lippstadt gezogen – weil es dort eine Realschule gibt. In der neuen dienstlichen Umgebung sind für den passionierten Bergwanderer nicht nur die Gipfel niedriger, sondern auch manche Wege kürzer geworden. Denn der ältere Sohn lebt in Düsseldorf, Besuche sind jetzt ohne Tagesreise möglich.

Froh über warmherzigen Empfang

In Beckum hat sich Dr. Jürgen Rauter besonders über einen warmherzigen Empfang durch das Team der Volkshochschule gefreut. „Meine Erwartungen haben sich voll erfüllt“, bilanziert er nach einem Monat gemeinsamer Arbeit mit seiner Vorgängerin Christa Paschert-Engelke, „ich arbeite hier sehr gerne.“ Im Kollegium, das macht er von Anfang an deutlich, versteht er sich mehr als Erster und Gleichen denn als Boss. Flache Hierarchien und verlässliche Teamarbeit sind für den neuen Leiter Voraussetzungen für ein erfolgreiches Zusammenwirken. Zufrieden ist er auch mit den Arbeitsbedingungen - allein die Barrierefreiheit des VHS-Hauses steht auf seiner Wunschliste.

Bestehende Strukturen genau kennenlernen

Nein – den Kopf voller neuer Ideen hat Dr. Jürgen Rauter erstmal nicht. Sein nächstes Ziel ist es, die bestehenden Strukturen an der Volkshochschule genau kennenzulernen, bevor er daran denkt, behutsam eigene Akzente zu setzen. Besonderen Eindruck hat auf ihn unter anderem das Wadersloher Studienforum gemacht. Die etablierte VHS-Vortragsreihe gehört zu den Dingen, die er gern engagiert weiterführen möchte. Ansonsten kann er sich vorstellen, künftig Jubiläumsjahre etwas mehr in den Fokus zu nehmen – wie beispielsweise aktuell zum 200. Todestag ETA Hoffmanns. 

Nachhaltigkeit im Fokus

Wichtig ist Rauter auch die Pflege des Nachhaltigkeitsgedankens: „Jeder sollte erkennen, dass er ein vernetztes Wesen ist, das nicht allein lebensfähig ist“, Und mit Blick auf globale Krisen bekennt er: „Konflikte können nur durch Kommunikation gelöst werden. Dabei sollte dem Gegenüber immer Respekt gezollt werden.“

Lanz und Beikircher alte Nachbarn

Könnte eigentlich auch das Motto von TV-Talker Markus Lanz sein. Der ist, wie übrigens auch Kabarettist Konrad Beikircher, in Rauters dörflicher Nachbarschaft in Südtirol aufgewachsen.

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