Nach Explosion in Neubeckum ermittelt Mordkommission



Überraschende Entwicklung nach der Verpuffung in einem Neubeckumer Mehrfamilienhaus: Ein Bewohner wurde unter Tatverdacht festgenommen.

Die betroffene Wohnung wurde total verwüstet. Foto: Clauser

Neubeckum (gl/scl) -  Nachdem es in der Nacht von Freitag auf Samstag in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Dresdener Straße zu der Explosion gekommen war, hat eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Münster die weiteren Ermittlungen übernommen.

Beschuldigter schwer verletzt

Denn nach ersten Untersuchungen in der betroffenen Wohnung verdichteten sich laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Hinweise darauf, dass die Explosion mit Absicht herbeigeführt worden sein könnte. 

Als dringend tatverdächtig gilt nach bisherigen Erkenntnissen der 48-jährige Bewohner dieser Wohnung. Das Motiv für die Tat ist Gegenstand weiterer Ermittlungen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Der Beschuldigte war nach der Explosion schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Dort wurde er am Sonntag unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes sowie der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vorläufig festgenommen. Das gesamte Mehrfamilienhaus in der Dresdener Straße wurde durch die Explosion unbewohnbar.

Neun Mitbewohner ohne Bleibe

Damit sind neun Mitbewohner des verdächtigen Mannes vorerst ohne Bleibe. Noch in der Nacht der Explosion war der Bereitschaftsdienst der Beckumer Ordnungsbehörde vor Ort, um sich um die Bewohner zu kümmern, wie Elmar Liekenbröcker, Leiter des Fachbereichs Recht und Ordnung, auf anfrage der „Glocke“ erklärte. 

Die städtischen Mitarbeiter stellten fest, dass alle Betroffenen direkt bei Verwandten oder Freunden unterkommen konnten, so dass sich die Organisation einer Unterbringung durch die Stadt erübrigte. „Unsere Rufbereitschaft ist jederzeit einsatzbereit, um in Lagen wie diesen zu helfen“, sagte Liekenbröcker, der gleichwohl bei dem Neubeckumer Ereignis von einem „singulären Fall“ sprach.

Unterstützung bei Eigentumssicherung

Wie Liekenbröcker weiter berichtete, unterstützte seine Behörde die Polizei am Wochenende außerdem bei der Eigentumssicherung. Es galt zu verhindern, dass die notfallmäßig verlassenen Wohnungen zum Ziel von Dieben wurden. Nachdem eine erste statische Begutachtung des betroffenen Mehrfamilienhauses erfolgt war, erhielten die zunächst in Sicherheit gebrachten Wohnungseigentümer Gelegenheit, Wertsachen und andere benötigte Gegenstände aus dem Haus zu holen.

Freigabe des Hauses vorerst nicht absehbar

Darüber wann das Gebäude wieder zur Nutzung freigegeben werden kann, konnte Liekenbröcker keine Angaben machen. Möglicherweise seien weitere statische Untersuchungen nötig. 

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