Radweg-Engpässe: Stadt Beckum gegen Verkehrsspiegel



Verkehrsspiegel könnten nach Ansicht der Grünen Zusammenstöße im Bereich des Werse-Radwegs verhindern helfen. Die Verwaltung ist skeptisch. 

Als Gefahrenpunkte sind drei Unterführungen im Zuge des Werseradwegs identifiziert worden. Wie hier am Konrad-Adenauer-Ring kann es zu unfallträchtigen Begegnungen zwischen Radfahrern und Fußgängern kommen.

Beckum (scl) - Können Verkehrsspiegel helfen, wenn es auf Geh- und Radwegen im Bereich von Brückenunterführungen immer wieder zu schwierigen Begegnungssituationen zwischen Radlern und Fußgängern kommt? Die Beckumer Stadtverwaltung meint: nein.

Grüne für Verkehrsspiegel

In der jüngsten Bauausschusssitzung nahm die Verwaltung Stellung zu einem Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Die hatte für drei konkrete Stellen in Beckum die Installation von Spiegeln beantragt, um eine rechtzeitige Wahrnehmung von Personen und Rädern zu gewährleisten.

Gefahr bei Ortstermin erkannt

Die Verwaltung hat nach eigenem Bekunden die maßgeblichen Stellen am Werseradweg und unter dem Paterweg jüngst ausführlich in Augenschein genommen. „Im Ortstermin konnte die Sorge vor Beinaheunfällen nicht zuletzt durch fehlende Umsicht bei den Verkehrsteilnehmenden nachvollzogen werden“, erklärte Elmar Liekenbröcker, Fachdienestleiter Recht und Ordnung. Zwar seien auf dieser Erkenntnis keine rechtlichen Handlungspflichten für die Stadt erkennbar, die aufgrund der Sachlage zu einem Einschreiten zwängen. Zum Schutz der Verkehrsteilnehmer sind laut Liekenbröcker jedoch Maßnahmen in Betracht zu ziehen, die die Lage entschärfen.

Stadt: Spiegel ungeeignet

Bei der Einrichtung von Spiegeln sind nach seinen Worten die räumlichen Dimensionen der Brückenanlagen und die durch natürliche Lichtverhältnisse eingeschränkte Ausleuchtung des Kollisionsbereichs zu berücksichtigen. Dazu käme, dass sich – anders als sonst im Straßenverkehr – beide Verkehrsteilnehmende fortbewegen und daher nur erschwert Bewegungen auf Spiegelflächen wahrnehmen können. Insbesondere die für den Straßenverkehr dimensionierten Verkehrsspiegel würden diesen Rahmenbedingungen nicht gerecht.

Bautechnische Lösungen als Alternative

Deswegen möchte die Stadt jetzt auf andere Weise Abhilfe schaffen. „Angesichts der Sachlage entwickelt der Fachbereich Umwelt und Bauen aktuell bautechnische Lösungen für den Querungsbereich nahe der ‚Autobahn’ und dem ‚Konrad Adenauer-Ring’, um die Kollisionsrisiken in den fraglichen Begegnungsbereichen zu reduzieren“, teilte Liekenbröcker abschließend mit.

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