Beelen: „Sehnen uns nach jedem Tropfen Wasser“


In der Pfarrkirche St. Johannes Baptist ist - bewusst mit ein wenig Verspätung - ein Gottesdienst zu Erntedank gefeiert worden.

Pater Johnykutty Zacharias (M.) feierte den Erntedankgottesdienst am reich mit Erntegaben geschmückten Altar in St. Johannes Baptist mit der Gemeinde. Foto: Baumjohann

Beelen (bjo) - Reich mit Erntegaben geschmückt ist der Altar gewesen. Verantwortlich dafür hatten auch in diesem Jahr die Landfrauen, der Landwirtschaftliche Ortsverband und die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) gezeichnet, die zusammen mit der Kirchengemeinde zum Erntedankgottesdienst eingeladen hatten.

Dieser Gottesdienst hat in der Axtbachgemeinde Tradition und findet mit Rücksicht auf den Erntedankumzug in der Nachbargemeinde Clarholz immer eine Woche später als laut Kalender vorgesehen statt. „Erntedank ist ein Innehalten“, erklärte Robert Ostermann in seinem Gottesdienst-Grußwort. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Beelen ist sich sicher: „Auch wir müssen uns fragen, ob es sehr gut gewesen ist, was wir getan haben. Sind wir verantwortungsvoll mit dem Geschenk der Schöpfung umgegangen?“ Man blicke auf ein sehr trockenes Jahr zurück. Seit Mitte März seien nicht mehr die benötigten Niederschlagsmengen gefallen: „Wir sehnen uns nach jedem Tropfen Wasser.“ Robert Ostermann weiß, dass es auch in Beelen Menschen gibt, denen es am Nötigsten fehlt und dass zeitgleich die Lebensmittelspenden zurückgehen. Deshalb floss das Kollektengeld des diesjährigen Erntedankgottesdienstes an den Beelener Warenkorb.

Beisammensein vor der Kirche

Nach dem Gottesdienst, der musikalisch von der Evangelischen Bläsergemeinschaft Ostenfelde / Westkirchen unter der Leitung von Reinhard Gerstel mitgestaltet worden war, waren die Gläubigen zum gemütlichen Beisammensein bei Würstchen und Getränken vor der Kirche eingeladen.

Zum Erntedankgottesdienst begrüßt worden waren die Gläubigen von Pastoralreferent Benedikt Rake, der nicht nur das Publicandum verlas, sondern den Gemeindemitgliedern auch erläuterte, warum er als Laie im Gottesdienst ein Gewand trage. „Wir nehmen teil am Priestertum Jesu Christi“, beantwortete Rake Fragen, die in der Gemeinde aufgetaucht seien. „Jeder ist zur Feier von Wortgottesdiensten berufen.“ Dabei trage er ein Laiengewand. Und auch, dass er den Segen spende, sei keineswegs ungewöhnlich: „Segnen darf jeder.“ Zudem finde er es schön, als Seelsorger der Gemeinde St. Johannes Baptist Gottes Segen zuzusprechen.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.