Dr. Zekorn erkennt in Beelener Pfarrei Aufbruch


Visitation: Regionalbischof Dr. Stefan Zekorn hat die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Belen besucht.

Besuch in der Fahrradwerkstatt im Pfarrheim St. Johannes Baptist in Beelen: (v. l.): Michael Emmel, Karl-Heinz Lahr, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Dechant Andreas Rösner und Pastoralreferent Benedikt Rake. Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Beelen (gl) - Das Licht funktioniert nicht, der Reifen schleift. Für Karl-Heinz Lahr, Michael Emmel und Abdouhllah Alkhatib sind es nur ein paar Handgriffe, dann fährt das Fahrrad des kleinen ukrainischen Mädchens wieder wie geschmiert.

Die Dankbarkeit in den Augen des Kindes und seiner Mutter, die vor kurzem aus ihrer Heimat nach Beelen geflohen ist, sei unbezahlbar, sagt Lahr. Dass den Menschen in der Pfarrei St. Johannes Baptist in Beelen die Hilfe für geflüchtete Menschen besonders am Herzen liegt, davon konnte sich Weihbischof Dr. Stefan Zekorn vor Ort überzeugen. Sein Besuch in der Fahrradwerkstatt und dem Haushaltsladen im Pfarrheim war Teil der Visitation in der Pfarrei, die in der Regel alle vier Jahre, vorgegeben durch das Kirchenrecht, stattfindet. Seit 2015 reparieren Lahr und seine Helfer in der kleinen Werkstatt die von Beelenern gespendete Fahrräder, damit geflüchtete Menschen diese verwenden können. „Mobilität ist wichtig, gerade auf dem Land“, betonte Lahr bei dem Besuch des Regionalbischofs für das Kreisdekanat Warendorf. Ob Behördengänge, Arztbesuche oder der Weg zum Sprachkursus – ein funktionstüchtiges Fahrrad bedeutet für die Geflüchteten ein Stück Freiheit.

Fahrräder für Geflüchtete

Rund 500 Räder hat Lahr in den vergangenen sieben Jahren bereits repariert, derzeit besteht vor allem für geflüchtete Menschen aus der Ukraine Bedarf. Jeden Mittwochnachmittag ist er drei Stunden lang vor Ort, nimmt Fahrradspenden entgegen und rüstet sie auf. „Wir haben uns die Kenntnisse angeeignet und lernen jede Woche dazu“, erklärte er Zekorn. Ein Dankeschön sprach der Weihbischof den drei Männern für ihren ehrenamtlichen Einsatz aus, ebenso Maria Grieben, die mittwochs parallel im Keller des Pfarrheims Möbel- und Hausratspenden annimmt und an Geflüchtete ausgibt. Ob Geschirr und Besteck, Backutensilien oder saisonale Ware wie Christbaumschmuck – Maria Grieben und Karl-Heinz Lahr ist es ein Anliegen, denjenigen, die oft mit leeren Händen nach Beelen kommen, das Ankommen zu erleichtern.

Der Besuch in der Pfarrei diente Weihbischof Zekorn, der von Dechant Andreas Rösner und Pastoralreferent Benedikt Rake begleitet wurde, unter anderem dazu, sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. In Beelen gehörten außerdem Gespräche mit dem Seelsorgeteam sowie eine Messfeier mit der Gemeinde dazu. „Mich fasziniert das große Engagement vieler Menschen in der Pfarrei“, zeigte sich Weihbischof Dr. Zekorn am Abend, nach einem Gespräch mit den Haupt- und Ehrenamtlichen, beein-druckt. Dabei wurden Herausforderungen der Kirche insgesamt und der Beelener Pfarrei thematisiert. „Mein Eindruck ist, dass die Pfarrei mit dem neuen Seelsorgeteam und den in Verwaltungsausschuss, Verbänden und Gruppen Engagierten in einem positiven Aufbruch ist“, zog Dr. Zekorn ein Fazit.

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