Fünf junge Männer schuldig gesprochen



Münster/Beelen (hh) - Mit Haftstrafen zwischen fünf Jahren und neun Monaten und einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung ging am Donnerstag der Prozess gegen zwei junge Männer und drei Jugendliche zu Ende, die einen 62-Jährigen beraubt und für mehrere Tage eingesperrt hatten.

Mit Haftstrafen zwischen fünf Jahren und neun Monaten und einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung ging am Donnerstag der Prozess gegen zwei junge Männer und drei Jugendliche zu Ende, die einen 62-Jährigen beraubt und für mehrere Tage eingesperrt hatten.

Die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Münster sprach damit alle Angeklagten schuldig, den Mann mehrfach in seinem Haus überfallen, ihn bestohlen, bedroht und geschlagen und für  in seinem Haus festgesetzt zu haben. In der Urteilsbegründung zeichnete der Vorsitzende Richter Franz-Josef Kliegel ein Bild von den Geschehnissen. Dabei verwies er darauf, dass exakte zeitliche Abläufe nicht im Detail zu klären gewesen seien. Die Tat aber, so der Vorsitzende Richter, habe sich so wie in der Beweisaufnahme erarbeitet, abgespielt. Für die Strafkammer stand es außer Frage, dass die beiden 23- und 27-jährigen Angeklagten ihr Opfer im Laufe jenes Sonntags im Februar in einem Zimmer eingesperrt hatten, wo er erst am Dienstag durch Zufall befreit werden konnte.

Mit der Scheckkarte des Opfers Geld abgehoben

Die beiden sollen nach Auffassung des Gerichts als einzige ein Interesse an der Festsetzung des Opfers gehabt haben, da sie im Besitz seiner Scheckkarte waren und weiterhin Geld abheben wollten. Wegen schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit schwerem erpresserischem Menschenraub verurteilte die Strafkammer den zur Tatzeit 23-Jährigen zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten. Sein 27-jähriger Komplize muss für fünf Jahre und sechs Monaten hinter Gitter. Damit blieb das Gericht neun Monate unter dem von der Staatsanwältin geforderten Strafmaß. Die anderen beteiligten Jugendlichen sollen, so das Gericht, davon nichts gewusst und nur bei Überfällen mitgemacht haben. Der zur Tatzeit 16-Jährige, der wegen anderer Delikte bereits vorbestraft ist, muss für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Auch hier blieb die Strafkammer unter dem geforderten Strafmaß. „Ich hoffe, dass dieses Verfahren Ihnen eine Lehre war“, wandte sich Franz-Josef Kliegel an den Angeklagten. „Die Kammer hat über das Strafmaß lange diskutiert und will Ihnen damit eine Perspektive geben.“ Gegen die beiden jüngsten Angeklagten verhängte das Gericht Haftstrafen zwischen zwei Jahren und einem Jahr und acht Monaten. Diese wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Für sie sprach, dass beide von Beginn an voll geständig waren und damit zur Aufklärung der Tat entscheidend beigetragen hatten.

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