Karl-Heinz Rolf schaut ganz genau hin



Beelen (wie) - Karl-Heinz Rolf, Mitarbeiter der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises auf dem Recyclinghof in Beelen, braucht derzeit seine ganze Menschen- und Ortskenntnis. An den November-Samstagen kann nämlich kostenfrei Laub von Bäumen abgegeben werden, die der Gemeinde gehören.

Heinz Vögeler vom Verein „Dorf-Gut Beelen“ entsorgt das Laub aus dem Garten des „Hauses Heuer – und das ist natürlich kostenfrei.

Nun hat die Natur es aber so eingerichtet, dass auf diesen buten Blättern keine Hausnummern vermerkt sind. Wie kann er also erkennen, dass das Laub von gemeindeeigenen Bäumen stammt und nicht etwa aus dem privaten Garten? Karl-Heinz Rolf gibt im Gespräch mit der „Glocke“ zu, dass bei der Beurteilung schon hier und da Diskussionen aufkommen. Allerdings kennt er auch viele seiner Mitbürger und weiß so genau, ob diese Bäume vor ihrer Haustür haben oder nicht. Und wenn an der Straße beispielsweise Ahornbäume stehen, die abgelieferten Blätter aber offensichtlich von anderen Sträuchern und Bäumen stammen, dann kassiert Karl-Heinz Rolf die fälligen Gebühren. Was da am Samstag angeliefert wurde, hielt sich allerdings in Grenzen. „Otto Normalverbraucher“ entsorgt das Laub offensichtlich mit Hilfe der braunen Tonne“, vermutet Karl-Heinz Rolf. In einem naturnahen Garten, der Vögeln, Igeln und anderem Getier dienlich sein will, bleibe das Laub ohnehin liegen. Wenn die ersten Krokusse im nächsten Jahr sprießen, hat auch hier die Natur dafür gesorgt, dass vom Laub nicht viel geblieben ist. Wer allerdings sein Laub bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft abgeben muss und will, der sollte damit rechnen, dass ihm Karl-Heinz Rolf derzeit tiefer in die Augen schaut als gewöhnlich. Und wer will schon wegen einer geringen Gebühr Lügengeschichten auftischen und anschließend tagelang mit einem schlechten Gewissen leben?

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