Kindergarten ist kein Freizeitspaß



Beelen (gl) -  Beim Thema „Miete“ wurde CDU-Ratsmitglied Helmut Suer hellhörig und witterte „Ungleichbehandlung“. Franz-Josef Lüffe von der FWG-Fraktion hielt dagegen, ein Kindergarten sei schließlich kein Freizeitvergnügen – und insofern auch anders zu bewerten.

Das Haus Vennort 11 soll für den Zeitraum der Umbauarbeiten im Gebäude an der Sudwiese zwei Gruppen der Alexe-Hegemann-Kindertagesstätte beherbergen. Spätestens bis November sollen die Arbeiten zur Einrichtung von Räumlichkeiten für die U-3-Betreuung abgeschlossen sein. Bild: S. Wiengarten

Es ging um die Frage, ob man dem Trägerverein „Eltern für Kinder“ für die zeitweilige Unterbringung von Gruppen der Alexe-Hegemann-Kindertagesstätte im Haus Vennort 11, das der Gemeinde gehört und ehemals zur Unterbringung von Asylbewerbern gedient hat, Miete abverlangen könne – beziehungsweise solle – oder nicht. Bürgermeisterin Elisabeth Kammann hatte zuvor die Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses über das Vorhaben informiert, zwei der Alexe-Hegemann-Gruppen (36 Mädchen und Jungen) während des Umbaus der Einrichtung zur Schaffung von U-3-Betreuungsplätzen in das Gebäude am Vennort „auszulagern“. Sie führte sie weiter aus, dass der Trägerverein die Nebenkosten (Heizung, Strom, Wasser) sowie die notwendigen Renovierungsarbeiten übernehmen werde, ansonsten aber nicht finanziell belastet werden, die Räumlichkeiten also mietfrei erhalten solle. Ob man denn, fragte Robert Strübbe (CDU) zunächst einmal listig nach, nicht zumindest dem Landesjugendamt „fiktive Mietkosten“ in Rechnung stellen könne? Das sei sicherlich nicht möglich, beschied ihn die Bürgermeisterin. Man möge aber bedenken, fügte sie hinzu, dass der Verein die Renovierungsarbeiten übernehmen werde. „Dadurch erhalten wir hinterher schöne neue Räume.“ Doch Helmut Suer, seines Zeichens auch Vorsitzender des Sportvereins Blau-Weiß Beelen (BWB), mochte sich damit nicht zufriedengeben. Er erinnerte daran, dass die BWB-Tanzsportabteilung wegen der Sanierung der Grundschulturnhalle in den „Kreisel“ ausweichen und dafür Miete bezahlen musste. Ein daraufhin gestellter Antrag auf finanzielle Unterstützung sei, und eben darin sah er besagte „Ungleichbehandlung“, seinerzeit aber abgelehnt worden. Diese Argumentation stieß indes bei Franz-Josef Lüffe auf Widerspruch: Es sei ja wohl eindeutig zu unterscheiden, ob es um die vorübergehende Unterbringung eines Kindergartens gehe oder darum, seitens der Gemeinde Freizeitveranstaltungen mit zu finanzieren.

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