Mehrheit im Rat für Werbeträger



Beelen (gl) -  „Ganz erhebliche Bedenken“ äußerte Andreas Borgmann (FWG) während der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag gegen eine von der Verwaltung vorgeschlagene „Erweiterung des Geltungsbereichs“ für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Nahversorgungsstandort Westkirchener Straße“.

Einen vier bis fünf Meter hohen Werbeträger möchte der Betreiber eines geplanten Verbrauchermarkts auf einer gemeindeeigenen Grünfläche an der Westkirchener Straße in Beelen aufstellen. Die Mehrheit der Ratsmitglieder sprach sich dafür aus, das Reklameschildzu genehmigen. Bild: S. Wiengarten

Zumal dann, fügte Borgmann, der auch Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses ist, hinzu, „wenn der Vorhabenträger seinen Antrag mit Bedingungen verknüpft, die der Ausübung von Druck gleichkommen“. Beim Antragsteller handelt es sich um den Investor für einen Einzelhandelsmarkt an der Westkirchener Straße. Und eben den, das ist seit langem einhelliger Wunsch und erklärter Wille sowohl der Verwaltung als auch der Kommunalpolitiker und nicht zuletzt einer Vielzahl von Beelener Bürgerinnen und Bürger, möchten man unbedingt haben, um die Nahversorgung in der Axtbachgemeinde südlich der Bundesstraße 64 (Warendorfer Straße) zu verbessern. Allerdings kommt, wie es den Erläuterungen der Verwaltung heißt, die Ansiedlung des Marktes für den Betreiber nur dann infrage, wenn ihm erlaubt werde, auf einer gemeindeeigenen kleinen Grünfläche im Einmündungsbereich der Westkirchener Straße in die B 64 einen freistehenden, etwa vier bis fünf Meter hohen Werbeträger aufzustellen. Eben dieser Wunsch, beziehungsweise der Vorschlag der Verwaltung, den Bebauungsplan dahingehend zu ändern, führte während der jüngsten Ratssitzung zu Diskussionen. Da wurden einerseits Visionen von „Leuchtreklamen wie in Las Vegas“ heraufbeschworen und die Frage gestellt, wie man denn wohl zu reagieren gedenke, „wenn plötzlich alle Beelener Firmen so etwas wollen“, andererseits sah man aber durchaus die Notwendigkeit für den Investor zu entsprechend deutlicher und rechtzeitig sichtbarer Reklame, wenn er denn den Markt erfolgreich betreiben wolle. „Ich bin“, machte Robert Strübbe (CDU) den Zwiespalt, in dem er selbst sich befinde, deutlich, „auch kein Freund von solchen Werbeschildern, aber wir haben den Markt immer gewollt, da müssen wir diese Kröte wohl schlucken“. Das sah letztlich auch die Mehrheit der Ratsmitglieder so. Mit zwölf Ja-Stimmen bei zwei Gegenstimmen und sechs Stimmenthaltungen sprach man sich dafür aus, dem Betreiber des künftigen Verbrauchermarkts das Aufstellen des Werbeträgers an der gewünschten Stelle zu gestatten.

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