Schmuckstück im Herzen des Dorfes



Beelen (ra) - Ungezählte Arbeitsstunden haben die Mitglieder des Vereins DorfGut Beelen im vorigen Jahr ehrenamtlich in die Restaurierung und Renovierung des Hauses Heuer gesteckt. Und die Arbeit hat sich gelohnt. Davon kann sich jeder Interessierte derzeit persönlich überzeugen.

Die hintere Front des Hauses Heuer im Sonnenlicht. Vieles ist schon geschafft worden.

Aus dem alten Gemäuer ist ein wahres Schmuckstück des Dorfes geworden. Aus dem Jahre 1711 datiert das Haus, wie eine Giebelinschrift besagt, die im Laufe der Renovierungsarbeiten gefunden wurde.

 Ebenfalls wieder sichtbar wurde die Hausnummer, die auf „36“ lautet. Aus Geschichtsbüchern und Flurkarten der damaligen Zeit ist zu ersehen, dass das Anwesen seinen Namen nie gewechselt hat. Das Haus Heuer war seinerzeit als Kotten auf dem Grund des Hofes Osthues errichtet worden, der einen Streifen am Rande seines Grundbesitzes Breede abgetreten hatte. Der damals vorbeiführende Weg ging nicht wie später nach Ostenfelde, sondern führte nach Südosten zu den Höfen Borgmann, Beuckmann und Strotmann.

Bis über die 1960er-Jahre hinaus führte dann die Ostenfelder Straße am Haus vorbei, die jedoch später umgelegt wurde. Schon 1750 nennt eine Festschreibung dort den Kötter und Rademacher Heuer, 1711 heißt der Kötter Henrich Höer. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Anschrift des Hauses Heuer von Oester 36 über Ostenfelder Straße 6 bis zur heutigen Adresse Gartenstraße 18. Bei dem Haus Heuer handelt es sich um ein Vierständerhaus mit dreischiffigem Wirtschaftsteil und einer halben Flettküche sowie einer Stube aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

 Geschichtsbücher geben Auskunft über die Bewohner des Hauses. Danach lebten im Wohnbereich des kleinen Anwesens immer große Familien. Im Stallbereich war das Vieh untergebracht, Menschen und Tiere lebten also unter einem Dach. Das Haus Heuer ist eines der letzten noch erhaltenswerten Fachwerkhäuser im Ortskern von Beelen.

Der Verein DorfGut Beelen hat sich zum Ziele gesetzt, das Haus Heuer zu restaurieren und seine frühere Ansehnlichkeit wieder herzustellen. Es soll zu einer kulturellen Begegnungsstätte für alle Bürger werden und den Besuchern das Lebensgefühl und den Zeitgeist der 1950er-Jahre vermitteln. Die offizielle 300-Jahre-Feier soll im Rahmen der Einweihung nachgeholt werden. Gedankt wurde in diesen Tagen allen Aktiven, die sich um die Restaurierung des Hauses bemühen. Viele Handwerker arbeiten ehrenamtlich an der zukünftigen Begegnungsstätte.

Was sie dort schaffen ist ein „Goldstück“ mitten in einem Ort, in dem leider schon viele alte Bauten dem Baubagger zum Opfer gefallen sind.

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