Situation am Bahnübergang ein „Unding“



Beelen (rei) -  „Das Ganze ist ein absolutes Unding!“ Viel mehr kann Beelens Bürgermeisterin Elisabeth Kammann zum Thema „Bahnübergang an der Letter Straße“ nicht sagen. Denn mehr, als dass die „Flatterband-Lösung“ nun noch bis 2013, also weitere zwei Jahre, herhalten soll weiß auch sie nicht.

Wenn Detlef Zidoczyk, Bahnüberwachungsposten an der Letter Straße in Beelen, sein Flatterband gezogen hat und die rechts Hand hebt, hat der Talent-Zug der Nord-West-Bahn freie Fahrt. Der Kfz-Verkehr aber, auch der, der die Bundesstraße 64 geradeaus befahren möchte und dementsprechend den Zugverkehr gar nicht berührt, steht still.

Und das, wo doch am Montag ein Gespräch von Bahnfachleuten über die Situation am Bahnübergang Letter Straße stattgefunden haben soll. Doch dazu war sie nicht eingeladen.

Für die Erste Bürgerin der Gemeinde, die seit Jahren mit dem Missstand am Bahnübergang und den damit verbundenen Rückstaus auf der Bundesstraße 64 bis in den Ortskern hinein leben muss, legt das die Vermutung nahe, dass sie zu der Besprechung „wohl nicht willkommen gewesen“ sei. „Die Informationspolitik der DB Netz lässt ohnehin sehr zu wünschen übrig“, erklärt sie im Gespräch mit der „Glocke“. „Wenn ich da nicht selbst anrufe, erfahren wir als Gemeinde gar nichts.“ Und wenn der Verwaltung der Axtbachgemeinde schon einmal etwas mitgeteilt werde, handele es sich „bestenfalls um Vertröstungen“.

So habe es 2009 geheißen, die Probleme mit der nicht funktionierenden Schranke am Bahnübergang Letter Straße, seien dadurch aufgetreten, dass die Technik des neuen Stellwerks (Zuständigkeitsbereich der DB Netz) mit der der Ampelanlage an der B 64 (zuständig ist Straßen.NRW als Straßenbaulastträger) nicht kompatibel sei („Die Glocke“ berichtete seinerzeit).

Dann habe die Anlage 2010 eine Zeit lang funktioniert, und die DB Netz der Gemeinde angekündigt, bis zum Ende des Jahres solle die Angelegenheit endgültig erledigt sein. Wenn jetzt auf einmal die 90-Sekunden-Regelung als Grund für eine weitere rund zweijährige Verzögerung angegeben werde, finde sie das „schon einigermaßen merkwürdig“.

Selbstverständlich werde sie sich weiter intensiv um eine Lösung des Problems bemühen – zumindest soweit das mit den der Gemeinde Beelen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten überhaupt möglich sei, kündigt Elisabeth Kammann an. Unter anderem denke sie dabei an einen Offenen Brief an den Vorstand der Deutschen Bahn AG.

Vor allem aber werde sie bei der Bahn AG sowie bei Straßen.NRW darauf dringen, dass Verantwortliche sowohl des Unternehmens als auch der Behörde die Mitglieder des Gemeinderats im Rahmen ihrer nächsten Sitzung Anfang Mai vor Ort über den aktuellen Stand der Dinge informieren. „Die sollen sich“, fordert Elisabeth Kammann, „endlich etwas einfallen lassen, damit wenigstens der Geradeausverkehr auf der B 64 wieder ordnungsgemäß fließen kann.“

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